30. Jul 2007 15:23
Als wichtigstes Thema beim Antrittsbesuch des britischen Premier Brown in den USA gilt der Irak-Krieg. Einen Abzugsplan für die britischen Truppen will Brown indes noch nicht vorlegen.
Inmitten der Irak-Krise hat der neue britische Premierminister Gordon Brown seinen Antrittsbesuch bei US-Präsident George W. Bush absolviert. Das Treffen am Montag in Camp David stellte dabei einen politischen Drahtseilakt für Brown dar. Einerseits soll er die «besondere Beziehung» zwischen beiden Ländern bewahren, andererseits aber auch vorsichtig auf Distanz gehen. Browns Vorgänger Tony Blair war in der britischen Presse wegen seiner Unterstützung für die Invasion des Iraks 2003 als «Amerikas Pudel» kritisiert worden.
Weitere Themen bei dem am Sonntagabend begonnenen Treffen waren Browns Beratern zufolge der Konflikt in der sudanesischen Krisenregion Darfur und eine Wiederaufnahme der festgefahrenen Welthandels-Gespräche. Auch das iranische Atomprogramm und der Klimawandel dürften auf der Tagesordnung gestanden haben. Schon kurz vor der Abreise hatte ein Sprecher des Premierministers gesagt, Brown werde Bush keinen Abzugsplan für die britischen Truppen im Irak vorlegen. Die Regierung habe ihre Haltung in diesem Punkt nicht geändert. Es müssten jedoch ganz klar Entscheidungen bezüglich des Zeitpunktes der Machtübergabe an die Iraker getroffen werden.
Vor seiner Abreise hatte Brown gesagt, er wolle seinen Besuch nutzen, die für Großbritannien «wichtigste bilaterale Beziehung» zu stärken. Es sei eine Beziehung, die sich auf die gemeinsamen Werte der Freiheit und der Würde des Einzelnen gründe.
Nach dem Gespräch mit Bush auf dem Landsitz der US-Präsidenten im Bundesstaat Maryland wollte der britische Premier nach Washington weiterreisen, um dort mit führenden Parlamentariern der Demokraten und der Republikaner zu reden. Am Dienstag waren Gespräche mit UN-Generalsekretär Ban Ki Moon in New York geplant. Dort will Brown auch vor den Vereinten Nationen auftreten. Der Premier hatte im vergangenen Monat das Amt von Blair übernommen. (Reuters/AP)