28. Jul 2007 15:40
Der Dalai Lama hat die Menschenrechtspolitik Chinas kritisiert. Der 72 Jahre alte Friedensnobelpreisträger forderte, die Weltgemeinschaft müsse auf Reformen in der Volksrepublik drängen.
Der Dalai Lama betonte, die Weltgemeinschaft müsse auf China einwirken, einen Reformprozess einzuleiten: «Es geht um Menschenrechte, es geht um Religions- und Pressefreiheit.» Selbst innerhalb der chinesischen Regierung gebe es Vertreter einer liberalen Politik. «Diese Reformkräfte müssen von außen unterstützt werden», forderte der buddhistische Religionsführer. Er unterstrich: «Es kann im Dialog mit China nicht allein um wirtschaftliche Interessen gehen.» China sei auf dem Weg zur wirtschaftlichen Supermacht. Von westlichen Ländern, unter anderem von Deutschland, werde es dabei finanziell unterstützt. Daher müsse Deutschland auch Mut zur Kritik haben. Im Rathaus trug sich der Dalai Lama in das Goldene Buch der Stadt ein. Im Garten des buddhistischen Tibet Kalaish Hauses weihte er eine sechs Meter hohe Friedensskulptur ein. Der so genannte Stupa, der mit zahlreichen Farbelementen und religiösen Zeichen verziert ist, gilt als ein Denkmal mit buddhistischer Symbolkraft.
«Ich habe in Deutschland in den vergangenen Tagen ein großes Interesse und eine ungeheure Begeisterung erlebt», sagte der Dalai Lama, der sich seit Donnerstag vergangener Woche in Hamburg aufhielt und damit seinen längsten Deutschlandbesuch absolvierte. «Diese Unterstützung ist eine große Chance für den Dialog über die Grenzen der Religionen und Kulturen hinweg.» Die Bilanz seines Aufhalthaltes in Deutschland sei positiv. «Die Unterstützung, die ich hier erhalten habe, gibt mir Mut und Kraft», sagte er.
Am Nachmittag wollte der Dalai Lama in der Freiburger Messe einen Vortrag zu den Themen Spiritualität und Erziehung halten. Zu der Veranstaltung wurden knapp 10 000 Zuhörer erwartet.
Für Sonntag ist der Rückflug des Dalai Lamas nach Indien geplant. (dpa)