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Der Westen sucht die Nähe Libyens

25. Jul 2007 21:19, ergänzt 21:52
Für Frankreich ist Libyens Staatschef Gaddafi ein 'strategischer Gesprächspartner'
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Frankreichs Präsident Sarkozy hat Libyens Staatschef Gaddafi besucht, die US-Regierung schlägt versöhnliche Töne an: Der einstige Paria-Staat soll nach der Freilassung der Bulgarinnen belohnt werden.

Nach der Freilassung der bulgarischen Krankenschwestern hat der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy am Mittwoch Libyen besucht. In Tripolis traf Staatschef Muammar Gaddafi. Beide Seiten unterzeichneten eine Absichtserklärung über eine friedliche Nutzung der Atomenergie. Ziel sei der Bau eines Atomkraftwerks in Libyen, das Energie zur Entsalzung von Meerwasser liefern soll, hieß es.

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Für das nordafrikanische Land bahnt sich nach dem Ende der jahrelangen Krise um die Krankenschwestern ein Neustart der Beziehungen mit der Europäischen Union an. Auch US-Außenministerin Condoleezza Rice erklärte, sie hoffe bald nach Libyen reisen zu können.

Der bulgarische Ministerpräsident Sergej Stanischew erklärte, Sofia werde Tripolis möglicherweise Schulden in Höhe von rund 39 Millionen Euro erlassen. Dies sollte dann aber nicht als Lösegeldzahlung für die fünf freigelassenen Krankenschwestern und den Arzt, sondern als humanitäre Hilfe verstanden werden, betonte er.

Rice sagte in Washington, US-Unternehmen seien sehr an einem Engagement in Libyen interessiert. Der französische Staatschef Sarkozy und seine Frau Cécilia hatten sich intensiv um die Freilassung der Krankenschwestern und eines Arztes palästinensischer Herkunft bemüht, die schließlich in ihre Heimat zurückkehren konnten.

Tripolis «strategischer Gesprächspartner»

Der Präsident hatte am Dienstag erklärt, Ziel seiner Reise sei, die Eingliederung des einstigen Paria-Staates in die internationale Gemeinschaft voranzutreiben. Sein Sprecher David Martinon nannte Libyen wegen seiner Lage einen «strategischen Gesprächspartner». Eine Zusammenarbeit bei Atomkraft stehe bei dem Treffen nicht auf der Tagesordnung.

Sarkozy hatte sein Treffen mit Gaddafi von der Lösung des Dramas abhängig gemacht. Die ursprünglich zum Tode verurteilten Krankenschwestern waren beschuldigt worden, mehr als 400 libysche Kinder vorsätzlich mit dem HI-Virus angesteckt zu haben. 50 davon sind an Aids gestorben.

Die Angeklagten hatten erklärt, ihnen seien Geständnisse mit Folter abgepresst worden. Sie waren seit 1999 inhaftiert. Die Familien der HIV-infizierten Kinder in Libyen zeigten sich derweil empört über die Begnadigung der Krankenschwestern und des Arztes durch den bulgarischen Staatspräsidenten. Darin komme ein Mangel an Respekt vor den Opfern zum Ausdruck, der sie tief enttäusche, erklärte die Vereinigung der Familien. Interpol solle die sechs Freigelassenen in Bulgarien wieder festnehmen, damit sie ihre Haftstrafen komplett verbüßen müssten. (AP/Reuters)

 
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