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Amnesty dringt auf Friedenstruppe für Tschad

23. Jul 2007 16:50
Flüchtlinge im Tschad
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Menschenrechtler fordern von der EU die Entsendung von Friedenssoldaten in den Tschad. Brüssel will aber nur einen «Überbrückungseinsatz» prüfen.

Die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat sich für den Einsatz einer internationalen Friedenstruppe im Tschad ausgesprochen. Nicht nur die zehntausenden aus der sudanesischen Krisenregion Darfur über die Grenze geflohenen Menschen, sondern auch die Bevölkerung des Tschads selbst bedürfe der Unterstützung, erklärte Amnesty am Montag anlässlich eines Treffens der EU-Außenminister in Brüssel.

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Die Minister verabschiedeten indes lediglich einen unverbindlichen Auftrag zur Prüfung eines möglichen «Überbrückungseinsatzes». Im Tschad gibt es nach Angaben von Amnesty neben den Vertriebenen aus Darfur auch zahlreiche Binnenflüchtlinge. Besonders Mädchen und Frauen würden häufig Opfer gewaltsamer Übergriffe von bewaffneten Gruppen und sogar Soldaten der Regierung, erklärte die Menschenrechtsorganisation.

«Angesichts der Unfähigkeit der Regierung des Tschads, ihre Bürger zu schützen, ist es sehr wichtig, dass eine EU- oder UN-Truppe das Mandat erhält, diese Frauen und Kinder sowie alle anderen gefährdeten Zivilisten zu schützen», sagte der Leiter des EU-Büros von Amnesty, Dick Oosting.

Die Idee einer EU-Friedenstruppe im Tschad hatte der französische Außenminister Bernard Kouchner aufgebracht. Die EU ist in dieser Frage nach Angaben aus Diplomatenkreisen aber noch uneins.

Uno erwägt internationale Polizeitruppe

Die Außenminister der 27 Mitgliedstaaten riefen in einer am Montag verabschiedeten Erklärung die EU-Kommission und das Ratssekretariat in Brüssel dazu auf, seine Planungen «mit Blick auf eine mögliche Entscheidung für einen Überbrückungseinsatz» fortzusetzen.

Hintergrund sind Überlegungen der Vereinten Nationen, zum Schutz der Flüchtlingslager in den Nachbarregionen von Darfur eine internationale Polizeitruppe einzusetzen. Die EU erwäge, den Zeitraum bis zum tatsächlichen Einsatz einer solchen UN-Truppe mit eigenen Sicherheitskräften zu unterstützen, verlautete aus Diplomatenkreisen in Brüssel. Mit dem Planungsauftrag sei aber keinerlei Vorentscheidung verbunden. (AP)

 
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