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Taliban melden Tod beider deutscher Geiseln

21. Jul 2007 09:36, ergänzt 14:57
Taliban-Kämpfer in Afghanistan
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Im Entführungsfall zweier Deutscher und zahlreicher Südkoreaner in Afghanistan melden die Entführer die Erschießung der beiden Deutschen. Aus dem Auswärtigen Amt gibt es keine Bestätigung.

Drei Tage nach der Entführung von zwei Deutschen in Afghanistan haben die radikal-islamischen Taliban nach eigenen Angaben beide Geiseln am Samstag erschossen. Das teilte Taliban- Sprecher Jussif Ahmadi der Deutschen Presse-Agentur in Kabul mit. Eine unabhängige Bestätigung lag zunächst nicht vor, auch legten die Islamisten keine Beweise für ihre Angaben vor. Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte Forderungen nach einem Abzug der deutschen Soldaten zuvor abgelehnt.

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  • Merkel verschob angesichts der dramatischen Nachrichten die am Samstagvormittag geplante Aufzeichnung eines ARD-Sommerinterviews, wie der Sender mitteilte. Sollten die Taliban-Angaben stimmen, wäre es der erste Mord an Deutschen in afghanischer Geiselhaft.

    Die Taliban drohten auch, die am Donnerstag verschleppten Südkoreaner zu töten. Sie kündigten eine Entscheidung dazu für den Samstagnachmittag an. In der Gewalt der Islamisten befanden sich 18 Geiseln, darunter 15 Frauen, wie die Taliban mitteilten. In einem eindringlichen Appell forderte Südkoreas Präsident Roh Moo Hyun die sofortige Freilassung seiner Landsleute. «Unter keinen Umständen darf es einen Verlust von Leben geben», sagte Roh am Samstag in einer Fernsehansprache.

    Ultimatum der Taliban

    Die Taliban hatten am Freitag Berlin und der Führung in Kabul ein Ultimatum gestellt. Die Geiseln würden ermordet, sollte nicht bis Samstag, 9.30 Uhr MESZ, Kontakt mit ihnen aufgenommen werden, drohten sie. Die Taliban forderten den Abzug der rund 3000 Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan und die Freilassung aller islamistischen Milizen aus afghanischer Haft.

    Die erste Geisel wurde nach Worten Ahmadis um 12.05 Uhr afghanischer Zeit (9.35 MESZ) erschossen. Die zweite Geisel «wurde um 13.20 Uhr (10.50 MESZ) getötet», wie der Sprecher sagte. Man habe nach Ablauf des zweiten Ultimatums - 10.30 Uhr MESZ - noch 20 Minuten gewartet. Dann habe man beschlossen, auch die zweite Geisel zu töten, sagte der Sprecher.

    Keine offizielle Bestätigung

    Das Auswärtige Amt bestätigte die angebliche Ermordung der beiden Geiseln zunächst nicht. «Wir nehmen diese Äußerungen sehr ernst und gehen allen Hinweisen nach. Bislang haben wir jedoch keine unabhängige Bestätigung dafür, dass ein entführter Deutscher ermordet worden sein könnte», teilte Amtssprecher Martin Jäger in Berlin mit. Der Krisenstab stehe in engem Kontakt mit der afghanischen Regierung und setze seine Anstrengungen mit hoher Intensität fort.

    «Wir dürfen jetzt nicht mit unseren Anstrengungen nachlassen. Das afghanische Volk darf nicht im Stich gelassen werden», sagte Merkel der «Passauer Neuen Presse». Der zivile Aufbau in Afghanistan habe bereits «erhebliche positive Wirkungen» gezeigt und müsse jetzt weiter vorangetrieben werden.

    Übereinstimmung mit der SPD

    Merkel betonte, sie wolle sich für die Verlängerung der Mandate der Bundeswehr am Hindukusch einsetzen. Mit dem Koalitionspartner SPD gebe es in der Außenpolitik ein hohes Maß an Übereinstimmung. «Das gilt auch für den Einsatz in Afghanistan», sagte die Kanzlerin. Auch der CSU-Vorsitzende Edmund Stoiber sprach sich gegen einen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan aus. Dies wäre eine schwere Niederlage für die NATO, sagte Stoiber am Samstag bei einem Auftritt im oberfränkischen Hof. Der Bundestag will im Herbst über die Verlängerung der Mandate entscheiden.

    Die beiden Ingenieure aus Deutschland waren am Mittwoch in der Provinz Ghasni gut 120 Kilometer südwestlich der afghanischen Hauptstadt Kabul zusammen mit fünf afghanischen Begleitern verschleppt worden. Auch ihnen droht der Tod, wie die Taliban auf ihrer Webseite - www.alemarah.org - androhten: «Der Taliban- Führungsrat hat den Tod von allen befohlen.»

    Südkorea deutet Verhandlungsbereitschaft an

    Der südkoreanische Präsident deutete in seiner Fernsehansprache Verhandlungsbereitschaft mit den Geiselnehmern an. Diese hatten mit der Ermordung der Entführten binnen 24 Stunden gedroht, sollten die rund 210 südkoreanischen Soldaten nicht aus Afghanistan abgezogen werden.

    Nach Angaben des südkoreanischen Außenministers Song Min Soon wird Seoul jedoch ungeachtet der jüngsten Ereignisse am geplanten Abzug seiner Wiederaufbautruppe aus Afghanistan bis Ende dieses Jahres festhalten. Die Soldaten können «nicht einfach packen und gehen, sagte er. Südkorea bereite den Abzug wie geplant vor. (dpa)


     
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