Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Ex-Kulturminister verlässt Sozialisten-Spitze

11. Jul 2007 18:45
Jack Lang will aber nicht aus der Partei austreten
Bild vergrößern
Die bei den Wahlen unterlegenen französischen Sozialisten müssen einen weiteren Rückschlag verkraften. Eines ihrer prominentesten Mitglieder zieht sich aus der Parteispitze zurück.

Jack Lang, einer der bekanntesten französischen Sozialisten und früherer Kulturminister, hat sich am Mittwoch aus der Führung seiner Partei zurückgezogen. Für die PS-Spitze ist es der jüngste einer ganzen Serie von Rückschlägen seit der Wahlniederlage ihrer Kandidatin Ségolène Royal bei der Präsidentschaftswahl im Mai. Vor seiner Entscheidung war Lang von der Partei unter Druck gesetzt worden.

Mehr in der Netzeitung:
Der Grund: Er will möglicherweise dem Ruf des konservativen Präsidenten Nicolas Sarkozy in eine Kommission zur Institutionenreform folgen. Die PS beschloss am Dienstag, wer aus ihren Reihen einer Kommission der rechtsbürgerlichen Regierung beitrete, werde aus den Führungsgremien ausgeschlossen.

«Ich identifiziere mich nicht mehr mit deinen Methoden», schrieb Lang in einem am Mittwoch veröffentlichen Brief an PS-Chef François Hollande. Deswegen trete er aus dem Nationalsekretariat aus und arbeite vorerst nicht mehr im Parteibüro mit.

Ganz kehrte er seiner Partei nicht den Rücken. «Ich werde weiter leidenschaftlich gegen die Wirtschafts- und Sozialpolitik der Rechten kämpfen», schrieb Lang. Ob er der Sarkozy-Kommission beitreten werde, ließ er offen.

PS durch Sarkozys Politik destabilisiert

Der Staatspräsident hat die PS durch seine «Politik der Öffnung» erheblich destabilisiert. Er berief den populären Sozialisten und Gründer von Ärzte ohne Grenzen, Bernard Kouchner, zum Außenminister und holte zahlreiche weitere Linke in seine Regierung.

Zuletzt schlug Sarkozy den früheren Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn, auch dieser ein PS-Mann, für den Chefposten des Internationalen Währungsfonds (IWF) vor. Mit Unterstützung der EU hat Strauss-Kahn gute Aussichten auf den Job in Washington und wird so seiner Partei bei der notwendigen Reform fehlen.

Lang, 67 Jahre alt, war Kulturminister unter Expräsident François Mitterrand und führte die «Fête de la Musique» ein. Die Idee zu den regionalen Konzerten hat auf der ganzen Welt Nachahmer gefunden. Lang war auch im Beraterstab der gescheiterten PS-Präsidentschaftskandidatin Royal. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Der mächtigste Vize-Präsident aller Zeiten: 
US-Vizepräsident Cheney bereut nichts
Bereitschaftsdienst: 
Parlament kämpft gegen Dauerarbeit
 
Kritik an EU-Klimabeschluss: 
Merkels «Kniefall vor der Industrie»
 
150 Lkws in Peschawar angezündet: 
Taliban zerstören Nato-Truppennachschub
BND-Untersuchungsausschuss: 
Brisante Daten, laxe Kontrolle
 
Israelisch-palästinensischer Krieg: 
EU und Nahost-Quartett verlangen Feuerpause
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Josef Depenbrock & Robert Rischke | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.