netzeitung.deZehntausende erinnern an Opfer von Srebrenica

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Ein Mann liest die Namen der Opfer auf der Gedenktafel für das Massaker von Srebrenica (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Ein Mann liest die Namen der Opfer auf der Gedenktafel für das Massaker von Srebrenica
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH

In Srebrenica haben trotz strömenden Regens Tausende Menschen der Opfer des Massakers vom 11. Juli 1995 gedacht. Die Hauptverantwortlichen Mladic und Karadic sind noch immer flüchtig.

Mehr als 30.000 Menschen haben am Mittwoch an der Gedenkfeier für die Opfer des serbischen Massakers im bosnischen Srebrenica teilgenommen. Auf dem Gedenkfriedhof Potocari wurden weitere 465 identifizierte Opfer beigesetzt, darunter ein 13-jähriger Junge und eine 74-jährige Frau.

Insgesamt sind dort fast 3100 Srebrenica-Opfer beerdigt. Serbische Truppen hatten nach der Eroberung der damaligen UN-Schutzzone Srebrenica am 11. Juli 1995 etwa 8000 Muslime getötet. «Wir haben uns versammelt, um alle Opfer aller Verbrechen, die in Bosnien-Herzegowina geschahen, zu ehren», sagte Haris Silajdzic, Mitglied des Präsidiums des Balkanstaates.
Symbol eines Völkermordes
Für Abdurahman Malkic, Bürgermeister von Srebrenica, ist die Stadt Symbol eines «Völkermordes im Herzen Europas». Die Tragödie dürfe nie vergessen werden, alle Verantwortlichen für das Massaker müssten zur Rechenschaft gezogen werden.

An der Zeremonie nahm auch die Chefanklägerin des UN- Kriegsverbrechertribunals in Den Haag, Carla Del Ponte, teil. Sie forderte erneut die Festnahme der beiden Hauptverantwortlichen für das Verbrechen: Serbengeneral Ratko Mladic und dessen politischen Führer Radovan Karadzic. Beide sind seit über einem Jahrzehnt auf der Flucht.

Anfang Juni wurde der wegen des Massakers angeklagte frühere bosnisch-serbische Geheimdienstoffizier Zdravko Tolimir in das Gefängnis des UN-Tribunals in Den Haag eingeliefert. Er gilt als rechte Hand von Mladic und war einer der meistgesuchten mutmaßlichen Kriegsverbrecher der Region. (dpa/nz)