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Al Qaeda droht London wegen Rushdie-Ehrung

10. Jul 2007 20:12
Sawahiri - in einem Drohvideo gegen Deutschland
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Das «bösartige Britannien und seine indischen Sklaven» soll die Vergeltung für einen Ritterschlag durch die Queen treffen, eifert Al-Qaeda-Vize Sawahiri in einer Hör-Botschaft. Die Regierung in London ist sensibilisiert.

Wegen der Ehrung des Schriftstellers Salman Rushdie mit dem Ritterschlag hat die Nummer zwei des Terrornetzwerks Al Qaeda, Ajman al Sawahiri, Großbritannien in einem Tonband Vergeltung angedroht. Die 20-minütige Rede mit dem Titel «Bösartiges Britannien und seine indischen Sklaven» wurde von As-Sahab, der Multimedia-Abteilung von Al Qaeda, produziert, wie das Washingtoner Institut SITE feststellte. SITE wertet die Webseiten von Extremistengruppen aus.

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Rushdie wurde im Juni von Königin Elizabeth II. zum Ritter geschlagen. Der aus Indien stammende Rushdie hielt sich bis dahin fast zehn Jahre lang versteckt, nachdem Ayatollah Chomeini 1989 ein Todesurteil wegen der als Gotteslästerung eingestuften «Satanischen Verse» erlassen hatte. Die iranische Regierung erklärte zwar 1998, sie unterstütze die so genannte Fatwa nicht mehr, könne sie aber nicht aufheben.

Sawahiri erklärte in der Botschaft, mit dem Ritterschlag habe Großbritannien die islamische Welt herausgefordert. Eine «sehr präzise Antwort» darauf sei in Vorbereitung, erklärte Al Sawahiri laut SITE. Die britische Strategie im Nahen Osten habe «Tragik und Niederlage über euch gebracht, nicht nur in Afghanistan und Irak, sondern auch im Zentrum von London», sagte Al Sawahiri an die Adresse von Premierminister Gordon Brown gerichtet. Falls die britische Regierung dies nicht verstanden habe, «sind wir bereit, es für euch zu wiederholen».

Zeitpunkt unklar

Die britische Regierung betonte in einer ersten Reaktion, Rushdie sei wegen seines Beitrags zur Literatur erfolgt. Sie sei nicht als Beleidigung des Islams oder des Propheten Mohammed gemeint gewesen. Der Bedrohung durch den internationalen Terrorismus werde die Regierung weiterhin entgegentreten, um das Risiko von Anschlägen zu verringern.

Unklar blieb zunächst, ob das Band vor oder nach den versuchten Bombenanschlägen in London vom 29. Juni oder seit Beginn der Polizeiaktion gegen die in einer Moschee in Pakistan verschanzten militanten Islamisten aufgenommen wurde. Al Sawahiri veröffentlichte in diesem Jahr bislang acht Videobotschaften und eine Reihe von Reden auf Tonband. (nz/AP)

 
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