Britische Muslime verurteilen Anschläge06. Jul 2007 22:01  |  "Wer eine unschuldige Seele tötet, tötet die Menschheit" (Koran, 5:32) | Foto: Screenshot |
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Britische muslimische Verbände haben eine Anzeigenkampagne geschaltet, um die jüngsten Anschläge zu verurteilen. Man dürfe Islam und Terrorismus nicht gleichsetzen, so der Aufruf.
In den britischen Zeitungen «Guardian» und «Metro» werden in den kommenden Tagen Anzeigen zu sehen sein, in denen muslimische Gemeinden Großbritanniens die jüngsten Anschläge in London und am Flughafen Glasgow verurteilen. Unter der Überschrift «Muslims United» (vereinte Muslime) soll klar gemacht werden, dass zwischen den kriminellen Angriffen und den Lehren des Islams kein Zusammenhang bestehe und dass die Gesellschaft zusammenstehen solle. Die Anzeigen werden von den großen muslimischen Organisationen Großbritanniens und Einzelpersonen unterstützt.
Ihtisham Hibatullah, Sprecher der British Muslim Initiative, die die Kampagne mit organisiert hat, betont, dass unter ihren Unterstützern besonders viele Ärzte seien. Damit bezieht er sich auf den Generalverdacht, den muslimische Mediziner fürchten, nachdem bekannt wurde, dass es sich beim Großteil der Verdächtigen der jüngsten Anschläge um Ärzte handelt. «Menschen aus diesem Berufsfeld wollen gehört werden, wenn sie sagen 'nicht in meinem Namen'», zitiert die Onlineausgabe von «Al Jazeera» Hibatullah.«Wir stehen in diesen schweren Zeiten zusammen mit dem Rest unseres Landes und sind entschlossen, gemeinsam zu verhindern, dass solche Anschläge passieren, die auf Bürger, Eigentum und unser Land zielen», heißt es in der Anzeige. Außerdem wird die Regierung aufgefordert, sich für einen «gerechten und anhaltenden Frieden in den Krisenregionen der Welt» einzusetzen.
Nicht durch den Islam gerechtfertigt «Die Botschaft dieser Kampagne ist es, die Anschläge zu verurteilen und sicher zu stellen, dass sie nicht mit dem Islam gerechtfertigt werden», wird Yusra Khreegi, einer der Organisatoren, zitiert. «Es ist schrecklich, dass in manchen Köpfen eine Verbindung zwischen dem Islam und Terrorismus gezogen wird, obwohl muslimische Gemeinden in Großbritannien und in aller Welt die Anschläge vom 11. September und vom 7. Juli verurteilt haben.» Man müsse trennen zwischen der «überwältigenden Mehrheit der Muslime, die gesetzestreue Bürger sind, und ein paar Kriminellen, die dem Land schaden und Terror bringen wollen», so Khreegi weiter. «Wir bitten die Medien und alle Politiker, an den Werten unserer offenen Gesellschaft festzuhalten, frei von Vorurteilen und Diskriminierung, getragen von Toleranz und Respekt voreinander», so der Aufruf.Eine ähnliche Kampagne war auch im Juli 2005 nach den Anschlägen auf die U-Bahn in London geschaltet worden, bei denen 52 Menschen getötet wurden. Die aktuellen Anzeigen sollen demnächst auch auf Plakaten in Bussen und der U-Bahn zu sehen sein. (nz)
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