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Taylor stellt sich UN-Sondergericht

03. Jul 2007 12:54
Angeklagter Taylor
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Schon zwei Prozesstermine hatte der liberianische Ex-Staatschef geschwänzt. Nun erschien Kriegsherr Charley Taylor überraschend in Den Haag – um sich in weiteren Punkten für unschuldig zu erklären.

Nach zweimaligem Boykott ist der frühere liberianische Präsident Charles Taylor erstmals vor dem Haager UN-Sondergericht für Sierra Leone erschienen. Er kam am Dienstag mit 20-minütiger Verspätung zu der Verhandlung, in der die Richter ihre Entscheidung begründeten, die Vernehmung der Zeugen der Anklage auf den 20. August zu verschieben. So sollen Taylors neue Verteidiger genügend Zeit erhalten, sich auf den Prozess vorzubereiten.

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Der 2003 gestürzte liberianische Präsident und frühere Warlord muss sich wegen der Gräueltaten während des zehnjährigen Bürgerkriegs im Nachbarland Sierra Leone verantworten. Er ist unter anderem wegen Mordes, Vergewaltigung, der Rekrutierung von Kindersoldaten und weiterer Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt. Ihm wird vorgeworfen, die Rebellen der Revolutionären Vereinigten Front RUF in Sierra Leone unterstützt zu haben. Sie töteten und verstümmelten während des Bürgerkriegs von 1991 bis 2002 zehntausende Menschen.

Taylor hatte sich in elf Anklagepunkten schon vorab für unschuldig erklärt. Zu zwei weiteren Punkten sagte er am Dienstag ebenfalls, dass er sich nicht als schuldig betrachte. Dabei ging es um die sexuelle Ausbeutung von Mädchen und Frauen als Zwangsprostituierte. Dafür, dass er die Frauen beschaffte, Waffen lieferte, Alkohol und Drogen besorgte, um Kindersoldaten gefügig zu machen, soll Taylor Diamanten erhalten haben. Sie wiederum wurden durch Zwangsarbeiter geschürft.

Lebenslange Haft

Taylor
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Zum Verfahrensauftakt am 4. Juni war Taylor mit der Begründung nicht erschienen, er werde keinen fairen Prozess bekommen. Zur Verhandlung am 25. Juni kam er ebenfalls nicht und ließ zugleich mitteilen, dass er seinen vom Gericht bestellten Pflichtverteidiger ablehne. Die für Dienstag geplante erste Zeugenvernehmung wurde verschoben, weil ein neues Verteidigungsteam nicht rechtzeitig benannt wurde, wie die Vorsitzende Richterin Julia Sebutinde erläuterte.

Staatsanwalt Stephen Rapp sprach von einem bewussten Versuch Taylors, den Prozess zu behindern. Dem 59-Jährigen droht im Falle eines Schuldspruchs lebenslange Haft. (nz/AP)

 
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