03.07.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Fumio Kyuma (r.) beugt sich dem öffentlichen Druck
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Quelle: NZ Netzeitung GmbH
Waren die Atombomben- Abwürfe auf Hiroshima und Nagasaki gerechtfertig? Ja, meint Japans Verteidigungsminister Kyuma - und muss deshalb seinen Posten räumen.
Wegen seiner umstrittenen Äußerungen zu den Atombombenabwürfen der Vereinigten Staaten im Zweiten Weltkrieg hat der japanische Verteidigungsminister Fumio Kyuma seinen Rücktritt eingereicht. Er habe gegenüber Ministerpräsident Shinzo Abe sein tiefes Bedauern ausgedrückt. Abe habe sein Demissionsgesuch angenommen, sagte Kyuma am Dienstag in Tokio. Zur Nachfolgerin wurde die nationale Sicherheitsberaterin Yuriko Koike bestimmt, wie deren Büro bestätigte. Koike gilt als Hardlinerin in der japanischen Politik.
Kyuma hatte am Wochenende mit der Bemerkung für einen Sturm der Entrüstung gesorgt, die US-Atomangriffe kurz vor Kriegsende seien praktisch unvermeidbar und gewissermaßen gerechtfertigt gewesen. Es sei den USA darum gegangen, einen sowjetischen Einmarsch in Japan zu verhindern.
Rückschlag für AbeDiese Äußerungen widersprechen dem offiziellen japanischen Standpunkt, dass der Einsatz atomarer Waffen niemals gerechtfertigt sein kann. Proteste kamen vor allem von Vertretern der Opfer und Überlebenden der Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945. Kurz vor dem Rücktritt Kyumas erklärte der Bürgermeister von Nagasaki, Tomihisa Taue, der Minister habe die Gefühle der Opfer mit Füßen getreten.
Die Demission Kyumas gilt als Rückschlag für die japanische Regierung, deren Umfragewerte in letzter Zeit stark gesunken sind. Beobachtern zufolge wiegt die Affäre um Kyuma umso schwerer, als am 29. Juli Wahlen zum Oberhaus stattfinden. (AP)