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Wenn Bush und Putin Angeln gehen

02. Jul 2007 20:03
George W. Bush und Wladimir Putin
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Mit einer Angeltour hat der russische Präsident Wladimir Putin am Montag seinen Besuch bei US-Präsident Bush fortgesetzt. Trotz harter Themen wird Herzlichkeit demonstriert.

In betont lockerer Atmosphäre sind US-Präsident George W. Bush und sein russischer Kollege Wladimir Putin am Montag zu Gesprächen im Sommerhaus der Bushs zusammengetroffen. Auf der Tagesordnung standen dennoch zahlreiche strittige Themen, von der Zukunft des Kosovo bis zum geplanten Raketenabwehrsystem der USA in Osteuropa. Einig waren sich beide bei einem weiteren gemeinsamen Vorgehen gegen das vermutete Atomwaffenprogramm des Irans.

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Der Erfolg des Treffens Bush-Putin wird wohl daran gemessen werden, ob es beiden gelingt, auf möglichst höfliche Art deutlich zu machen, dass sie sich darin einig sind, nicht einer Meinung zu sein. Putin betonte angesichts der Spannungen zwischen beiden Ländern schon vor seiner Abreise die freundschaftliche Beziehung zu seinem Gastgeber. Es hätten sich gute, freundschaftliche Kontakte entwickelt, und er hoffe, dass die Gespräche auch diesen Charakter haben würden. Bush hob hervor, dass es für die eintägige Zusammenkunft keine feste Tagesordnung gebe.

Die russische Delegation wurde nicht müde, den freundlichen Empfang am Sonntag bei der Ankunft Putins zu loben. Sie seien von Bush mit einer Gastfreundschaft und Herzlichkeit empfangen worden, mit der sie gar nicht gerecht hätten, sagte Putins Sprecher Dmitry Peskow.

Nach der Ankunft des russischen Präsidenten lud Bushs Vater, der frühere Präsident George Bush Senior, seinen Sohn und Putin zu einer rasanten Fahrt in seinem Motorboot über die Wellen des Atlantiks ein. Auch beim Abendessen ging es maritim zu: Es gab Hummer und marinierten Schwertfisch. Am Montag stand gemeinsames Angeln auf dem Programm.

Das ist ein Problem für uns

Im Mittelpunkt der Gespräche in Kennebunkport an der nordostamerikanischen Küste im US-Staat Maine dürfte der Streit um die US-Pläne für ein Raketenschild in Osteuropa stehen. Putin hat wiederholt betont, dass ihm die amerikanischen Versicherungen nicht reichen, dass sich die in Polen und Tschechien geplante Raketenabwehr nicht gegen Russland richte. «Wir wissen, dass der Iran keine Bedrohung ist», sagte Peskow. «Wenn die Radaranlagen (in Tschechien) keine iranischen Raketen haben, die sie verfolgen können, dann ist es unweigerlich ihre Aufgabe, gegen die russische Militärinfrastruktur zu arbeiten. Und das ist ein Problem für uns.

Das ist eine Bedrohung unserer Sicherheit.» Beide Seiten spielten ihre Erwartungen an das Treffen zwar herunter, es wurde aber erwartet, dass Raketenspezialisten zu Beratungen der Präsidenten hinzugezogen würden. In Maine demonstrierten am Sonntag rund 1700 Menschen sowohl gegen Bush als auch gegen Putin. Im Mittelpunkt der Proteste stand der Irak-Einsatz der USA, aber auch gegen die russische Tschetschenien-Politik gingen die Demonstranten auf die Straße. Auf einem Banner forderten die Protestierenden: «Stoppt den Imperialismus. Bush raus aus dem Irak. Putin raus aus Tschetschenien». Die Demonstranten trugen auch eine Nachbildung der Freiheitsstatue in einem Sarg, die verlorene Freiheiten unter der Bush-Regierung symbolisieren sollte. (Deb Riechmann/ AP)

 
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