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Neuer Schwung für Labour mit Premier Brown

27. Jun 2007 17:20
Der neue Premier und seine Frau: Gordon und Sarah Brown vor dem berühmten Amtssitz
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Wie lange die politischen Flitterwochen für den neuen britischen Premier Brown dauern werden, muss sich erst noch zeigen. Denn auf ihn warten schwere Aufgaben, sowohl in der Innen- wie in der Außenpolitik.

Der neue britische Premierminister Gordon Brown gibt seiner Labour-Partei neuen Schwung. In den Umfragen liegt die sozialdemokratische Partei erstmals seit Oktober wieder vor den oppositionellen Konservativen. Brown strafte damit erst einmal all jene Lügen, die erklärt haben, die Wahl des wenig charismatischen und wortkargen Politikers werde David Cameron, dem jugendlich wirkenden Chef der Konservativen, weiteren Auftrieb geben.

Wie lange die politischen Flitterwochen für Brown dauern werden, muss sich erst noch zeigen, denn auf ihn warten schwere Aufgaben, sowohl in der Innen- wie in der Außenpolitik. Einige Andeutungen zu seinem Programm hat er schon gemacht. So wird er die britischen Truppen wohl nicht sofort aus dem Irak abziehen, aber es wird erwartet, dass er auf größere Distanz zur US-Politik im Kampf gegen den Terror geht.

Erklärter Freund Washingtons

Zum Bruch mit den USA wird es der erklärte Freund Washingtons aber nicht kommen lassen. Eine härtere Haltung als sein Vorgänger Tony Blair hat Brown schon zum Atomkonflikt mit dem Iran erkennen lassen, auch könnte es in der Europäischen Union in Zukunft häufiger ein britisches Nein geben. Die innenpolitischen Themen Browns klingen vertraut: Umstrukturierung des Bildungswesens, Verbesserung der Gesundheitsversorgung und auch der Bau neuer Atomkraftwerke stehen auf seiner Tagesordnung.

Den jungen Briten, die im boomenden Immobilienmarkt vielfach ohne Chancen auf eine eigene Wohnung sind, will Brown mit einem umfangreichen Wohnungsbauprogramm helfen - und sich so wohl auch ihre Stimmen für die nächste Wahl sichern. Politisch blickt Brown durchaus über Labour hinaus. In seine künftige Regierungsmannschaft will er auch Oppositionspolitiker einbeziehen, ähnlich wie der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy.

«Kontrollfreak»

Der 56-jährige Schotte hat sich in den vergangenen Jahren als Schatzkanzler zwar einigen Respekt verschafft, vielen ist er aber ein Rätsel geblieben. Oft wird Brown als mürrisch beschrieben, für soziale Kompetenz ist er nicht bekannt. Der ehemalige Innenminister Charles Clarke nannte Brown einmal einen pedantischen «Kontrollfreak». Andrew Turnbull, der von 1998 bis 2002 als höchster Beamter im Schatzamt tätig war, warf seinem Exchef vor, Untergebene häufig geringschätzig zu behandeln. Ferner nannte er Brown einen «rücksichtslosen Stalinisten».

Der in Glasgow geborene Pfarrerssohn kam schon sehr früh zur Politik, bereits mit zwölf Jahren warb er um Stimmen für Labour. Er studierte Geschichte an der Universität Edinburgh, seine Doktorarbeit befasste sich mit den Verbindungen zwischen der Labour Party und den schottischen Gewerkschaften. Wie Blair wurde auch Brown 1983 erstmals ins Londoner Unterhaus gewählt. Es war der Anfang einer langen und häufig bitteren Rivalität, die nun ihren vorläufigen Abschluss gefunden hat. (Jennifer Quinn, AP)

 
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