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Queen beauftragt Brown mit Regierungsbildung

27. Jun 2007 16:05, ergänzt 19:32
Gordon Brown ist Blairs Nachfolger
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Ein letztes Mal zeigte sich Tony Blair mit seiner Familie vor der Tür seines bisherigen Amtssitzes Downing Street 10. Dann fuhr er zur Königin, um seinen Rücktritt einzureichen. Gordon Brown stand schon bereit.

Der lange angekündigte Machtwechsel in Großbritannien und damit das Ende der Ära Blair ist perfekt: Nach dem Rücktritt von Premierminister Tony Blair hat Königin Elizabeth II. am Mittwoch den bisherigen Schatzkanzler Gordon Brown um die Bildung einer neuen Regierung gebeten. «Ich habe die Einladung der Queen angenommen», sagte der neue Premierminister vor seinem Amtssitz in der Downing Street Nummer 10 in London. «Es wird eine neue Regierung mit neuen Prioritäten geben.»

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Blair wurde wenige Stunden, nachdem er seinen Rücktritt bei der Königin eingereicht hatte, offiziell zum neuen Sondergesandten des Nahost-Quartetts ernannt. Um das diplomatische Amt übernehmen zu können, legte Blair noch am selben Tag sein Mandat als Abgeordneter der Labour-Partei nieder.

Der 54-Jährige hatte bereits im Mai seinen Abschied von zehn Jahren an der Spitze der britischen Politik zum 27. Juni bekannt gegeben. Dabei hatte es stets heftige Auseinandersetzungen in der regierenden Labour-Partei mit Anhängern Browns gegeben.

Kabinett-Vorstellung am Donnerstag

Blairs Nachfolger, der zehn Jahre lang Finanzminister war und auf das Amt Blairs gewartet hatte, will an diesem Donnerstag seine Regierung vorstellen. Erwartet wird, dass mehrere Minister nicht ins neue Kabinett aufgenommen werden, darunter auch Außenministerin Margaret Beckett.

Brown betonte, in Großbritannien sei nun ein Politikwechsel nötig. «Lasst uns beginnen, die Dinge zu verändern», sagte der 56-jährige Schotte in seiner kurzen Rede an der Seite seiner Frau Sarah. Er versprach, als Regierungschef «stark und standfest» zu sein. «Ich werde alles versuchen, was in meinen Kräften steht.» Er werde als Premierminister «zuhören und lernen». «Ich bin absolut sicher, dass Großbritannien die Erfolgsstory dieses Jahrhunderts sein kann.»

Brown führte sein erstes Telefonat als Premierminister mit US- Präsident George W. Bush. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy gratulierte Brown und lud ihn zu Gesprächen nach Paris ein. Er wolle «sehr eng» mit Großbritannien zusammenarbeiten, ließ Sarkozy über seinen Sprecher ausrichten.

Bush erinnert sich gern

US-Präsident George W. Bush, mit dem Blair in den Irak-Krieg gezogen war, würdigte den Briten als «außergewöhnlichen Freund und Führer». «Es war eine außergewöhnliche Beziehung», sagte Bushs offizieller Sprecher Tony Snow in Washington.

Blair sagte bei der Unterhaus-Debatte, seine neue Aufgabe im Nahost-Quartett sei kompliziert, aber eine «Lösung der Probleme ist möglich». Er werde dafür sein Bestes geben. Dafür sei aber «immense Arbeit» nötig, und es müsse eine «Zwei-Staaten-Lösung» geben. Das Quartett bemüht sich seit Jahren um einen dauerhaften Frieden zwischen Israelis und Palästinensern. Blair soll unter anderem internationale Hilfe für die Palästinenser mobilisieren und Pläne zur Förderung der palästinensischen Wirtschaft zu entwickeln.

Kurz vor seinem Abschied zeigte sich Blair zusammen mit seiner Frau Cherie und seinen vier Kindern ein letztes Mal vor der schwarzen Tür in der Downing Street. Einige Demonstranten protestierten dabei lautstark gegen den Irak-Krieg. Danach brach Blair zur Königin in den Buckingham-Palast auf. Schaulustige säumten die Straßen auf dem Weg zum Königspalast.

«Lebewohl, das war's»

Seine letzte Fragestunde im Parlament, bei der er wegen des Irak- Kriegs angriffen, aber am Ende mit langem Applaus geehrt wurde, schloss Blair mit den Worten: «Ich wünsche allen - egal ob Freunde oder Feinde - Lebewohl, das war's, das ist nun das Ende.»

Er verteidigte erneut die Entscheidung, britische Truppen in den Irak geschickt zu haben. Er bedauere, dass Soldaten dort ihr Leben verloren hätten. «Ich glaube jedoch, sie kämpfen für Sicherheit in diesem Land und in der Welt gegen Menschen, die unsere Lebensweise zerstören wollen», betonte Blair.

Der Vorsitzende der Konservativen, David Cameron, würdigte Blairs «außergewöhnliche Errungenschaften» als Regierungschef. Unter anderem würden seine Erfolge im Friedensprozess in Nordirland jedem in Erinnerung bleiben, sagte Cameron.

Blair verließ London am Ende des von britischen Medien als «historisch» bezeichneten Tages wie ein normaler Reisender mit dem Zug in Richtung seines Wahlkreises County Durham. (nz/dpa)

 
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