Israel begann unterdessen mit der Umsetzung seiner am Montag beim Nahost-Gipfel von Scharm el Scheich gegebenen Zusagen. Zunächst wurde die Aufstellung einer Liste von 250 palästinensischen Häftlingen in Angriff genommen, deren Freilassung Olmert Palästinenserpräsident Mahmud Abbas (Fatah) versprochen hat.Am Dienstagabend ließ sich der russische Außenminister Sergej Lawrow von seiner israelischen Amtskollegin Zipi Liwni über die Ergebnisse des Gipfels informieren. Das Treffen im ägyptischen Badeort Scharm el Scheich, an dem auch Präsident Husni Mubarak und der jordanische König Abdullah II. teilgenommen hatten, diente dazu, Abbas gegenüber der im Gazastreifen siegreichen radikal-islamischen Hamas demonstrativ den Rücken zu stärken.
In Jerusalem tagte am Dienstag das Nahost-Quartett auf Botschafter- und Gesandtenebene. Nach britischen Medien stand dabei die Berufung Blairs zum Nahost-Sondergesandten im Mittelpunkt. Blair soll danach den palästinensischen Behörden beim Aufbau von politischen und wirtschaftlichen Institutionen für einen lebensfähigen Staat helfen. Ein ähnliches Amt hatte bis April 2006 der frühere Präsident der Weltbank, James Wolfensohn, inne. Dieser hatte sein Amt wegen der schwierigen Lage im Nahen Osten nach dem Wahlsieg der Hamas vor mehr als einem Jahr niedergelegt.