26. Jun 2007 13:05
«Den blöden Aufstieg einfach stoppen», will ein Stammesältester in Australien. Es geht um eine Touristenattraktion - und um wütende Ureinwohner.
Die Aborigines seien empört über das Einschreiten der Behörden. Nach dem Aufdecken weit verbreiteten Kindesmissbrauchs hatte die Zentralregierung ein Alkohol- und Pornografieverbot in rund 60 Gemeinden verhängt. Um weiteren Missbrauch aufzudecken, wurden auch ärztliche Zwangsuntersuchungen von Kindern angeordnet. Der australische Ministerpräsident John Howard bezeichnete den verbreiteten Kindesmissbrauch vergangene Woche als nationalen Notstand.Die Bewohner stemmen sich vor allem gegen die angeordneten medizinischen Zwangsuntersuchungen, um weiteren Missbrauch aufzudecken. «Unsere Frauen und Kinder sind verängstigt», hieß es in einer Stellungnahme der Einwohner von Mutitjulu. «Dieser Eingriff in die Privatsphäre (..) ist eine Verletzung der Menschenrechte.»
In Alice Springs etwa 340 Kilometer nordöstlich des Uluru, der früher Ayers Rock hieß, waren in den vergangenen Tagen Armee- Einheiten aufmarschiert. Sie sollen die zusätzlichen Polizeikräfte logistisch unterstützen, die abgestellt werden, um in den Gemeinden für Sicherheit und Ordnung zu sorgen. In den meisten Ortschaften leben die Menschen von Sozialhilfe. Die Kriminalitätsrate liegt deutlich über dem Durchschnitt der australischen Bevölkerung.(dpa)