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Polnisches Magazin zeigt Merkel barbusig

26. Jun 2007 10:22
Merkel als 'Stiefmutter Europas'
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Auf einem «Spiegel»-Cover ritten die polnischen Kaczynski-Zwillinge auf dem Rücken von Bundeskanzlerin Merkel. Die polnische Presse kontert nun mit einer anzüglichen Fotomontage.

Ein provozierendes Titelbild des polnischen Magazins «Wprost» hat in Deutschland Empörung ausgelöst. Auf der Fotomontage wird eine barbusige Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) gezeigt, die den polnischen Präsidenten Lech Kaczynski und seinen Zwillingsbruder, Regierungschef Jaroslaw Kaczynski, stillt.

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Eine Retourkutsche für den «Spiegel», der erst kürzlich auf einem Titel zum EU-Gipfel die Kaczynski-Brüder auf Merkels Rücken reiten ließ. In dem «Wprost»-Bericht mit dem Titel «Die Stiefmutter Europas» werden Deutschland «postkoloniale Reflexe» vorworfen, wie am Dienstag die «Bild»-Zeitung schreibt.

60 Jahre nach Kriegsende seien «die Deutschen immer noch nicht in der Lage, Polen partnerschaftlich zu behandeln», hieß es. Merkel sei komplexbeladen und habe deshalb den Nachbarstaat beim EU-Gipfel in Brüssel erniedrigt.

Steinbach und Schröder auf dem 'Wprost'-Titel
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Es ist nicht das erste Mal, dass «Wprost» scharf gegen Deutschland schießt. Im September 2003 hatte das Magazin die Präsidentin des Bundes der Vertriebenen, Erika Steinbach, in Nazi-Uniform auf dem Rücken des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder (SPD) abgebildet.

Deutsche Politiker reagierten entrüstet auf die neuerliche Attacke. Die Fotomontage von Merkel «ist eine Geschmacklosigkeit und kein Beitrag zur deutsch-polnischen Freundschaft», sagte der FDP-Fraktionsvize Rainer Brüderle «Bild». Der SPD-Politiker Markus Meckel zeigte sich «fassungslos». Polen solle sich «in Zukunft verstärkt Gedanken machen, wie es wieder Verbündete und Freunde gewinnt», sagte der Vorsitzende der deutsch-polnischen Parlamentariergruppe.

«Geschmacklosigkeiten»

Der CSU-Außenexperte Eduard Lintner warf Polen «Geschmacklosigkeiten» vor. «Irgendwann schlägt das auf die Stimmung in Deutschland durch, die momentan noch sehr hilfsbereit ist», warnte er. Satire stoße dort an ihre Grenze, wo sie die Würde anderer beschädige.

Auslöser für die Attacke sind die politischen Differenzen zwischen beiden Ländern, die zuletzt auf dem EU-Gipfel in Brüssel deutlich zutage traten. Die Regierung in Warschau lehnte im europäischen Verfassungsstreit ein Kompromissangebot der EU-Ratspräsidentin Merkel ab. Daraufhin zeigte sich Merkel entschlossen, den Rahmen für einen neuen EU-Vertrag notfalls auch ohne Polen zu verabschieden. (nz)

 
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