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Taylor will Geld für hochkarätige Anwälte

25. Jun 2007 14:14
Ex-Präsident von Liberia Charles Taylor
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Liberias Ex-Präsident Charles Taylor erscheint erneut nicht vor Gericht. Ihm fehlten die Mittel für eine erstklassige Verteidigung, beklagt er sich.

Der Prozess gegen den ehemaligen liberianischen Präsidenten Charles Taylor wegen schwerer Kriegsverbrechen ist in eine Sackgasse geraten. Ein Boykott durch Taylor und ein erbitterter Streit innerhalb der Gerichtsverwaltung zwangen das Sondergericht für Sierra Leone am Montag erneut zu einer Vertagung.

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Taylor erschien auch am zweiten Verhandlungstag nicht vor dem Sondergericht in Den Haag. Er werde an dem Prozess nicht teilnehmen, ließ er am Montag über den Vorsitzenden der für die Verteidiger des Sondergerichtes in Den Haag, Vincent Nmehielle, mitteilen. Das Gericht stelle ihm nicht genügend Geld zur Verfügung, um hochkarätige Anwälte für seine Verteidigung bezahlen zu können, so die Begründung. Taylor, der als mittellos gilt, forderte eine vom Gericht bezahlte Verteidigung.

Taylor boykottiert den Prozess

Taylor ist bereits zum Auftakt des Verfahrens vor drei Wochen nicht vor Gericht erschienen. Er werde sich selbst verteidigen, hatte er seinerzeit über seinen damaligen Anwalt ausrichten lassen.

Die Vorsitzende Richterin Julia Sebutinde warf Taylor am Montag vor, das Verfahren zu boykottieren. Wenn er sich selbst verteidigen wolle, müsse er auch erscheinen. Sie kritisierte aber auch, dass die Gerichtskanzlei und das Büro für die Verteidigung es seit Monaten nicht geschafft hätten, die verfahrene Situation zu klären. «Es ist bedauerlich, dass das auch von einem Teil des Gerichts verursacht worden ist», sagte sie.

In Taylors Abwesenheit und ohne einen Anwalt konnte die geplante erste Zeugenbefragung nicht stattfinden. Das Gericht vertagte sich auf den kommenden Montag. Es wies die Kanzlei an, dafür Sorge zu tragen, dass bis dahin zumindest ein Pflichtverteidiger für Taylor ernannt wird.

Der Angeklagte muss sich wegen schwerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen während des elfjährigen Bürgerkriegs in Sierra Leone, die Rebellen in dem westafrikanischen Nachbarland unterstützt zu haben. Tausende Zivilisten wurden in dem Konflikt getötet oder verstümmelt - vielen wurden von den Angreifern Gliedmaßen amputiert. Zudem soll er Kindersoldaten rekrutiert haben. (dpa/nz)

 
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