Taylor ist bereits zum Auftakt des Verfahrens vor drei Wochen nicht vor Gericht erschienen. Er werde sich selbst verteidigen, hatte er seinerzeit über seinen damaligen Anwalt ausrichten lassen. Die Vorsitzende Richterin Julia Sebutinde warf Taylor am Montag vor, das Verfahren zu boykottieren. Wenn er sich selbst verteidigen wolle, müsse er auch erscheinen. Sie kritisierte aber auch, dass die Gerichtskanzlei und das Büro für die Verteidigung es seit Monaten nicht geschafft hätten, die verfahrene Situation zu klären. «Es ist bedauerlich, dass das auch von einem Teil des Gerichts verursacht worden ist», sagte sie.
In Taylors Abwesenheit und ohne einen Anwalt konnte die geplante erste Zeugenbefragung nicht stattfinden. Das Gericht vertagte sich auf den kommenden Montag. Es wies die Kanzlei an, dafür Sorge zu tragen, dass bis dahin zumindest ein Pflichtverteidiger für Taylor ernannt wird.
Der Angeklagte muss sich wegen schwerer Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor Gericht verantworten. Ihm wird vorgeworfen während des elfjährigen Bürgerkriegs in Sierra Leone, die Rebellen in dem westafrikanischen Nachbarland unterstützt zu haben. Tausende Zivilisten wurden in dem Konflikt getötet oder verstümmelt - vielen wurden von den Angreifern Gliedmaßen amputiert. Zudem soll er Kindersoldaten rekrutiert haben. (dpa/nz)