19. Jun 2007 17:08
Nach der Wahlniederlage von Alain Juppé hat Sarkozy sein Kabinett umgebildet. Die bisherige Landwirtschaftsministerin Lagarde rückt an die Spitze des Finanzressorts.
Der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy stärkt die Rolle der Frauen in der Regierung: Er ernannte am Dienstag Christine Lagarde zur Finanzministerin und berief außerdem noch zwei Staatssekretärinnen, die zugleich die ethnische Vielfalt der französischen Gesellschaft vertreten sollen. Allerdings ist die Regierung damit noch weit von der von Sarkozy im Wahlkampf versprochenen Geschlechterparität entfernt: Unter den 32 Regierungsmitgliedern sind jetzt elf Frauen, darunter sieben im Ministerrang.
Die 51-jährige Lagarde erhält mit der Verantwortung für die Steuerreform und die geplante Abkehr von der 35-Stunden-Woche ein Schlüsselressort der künftigen Regierungspolitik. Die Juristin und ehemalige Managerin wurde zunächst als Landwirtschaftsministerin ins Kabinett von Premierminister François Fillon geholt und hat früher auch schon Erfahrungen als Außenhandelsministerin gesammelt. Der bisherige Finanzminister Jean-Louis Borloo übernimmt die Leitung des Ministeriums für Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Er übernimmt die Nachfolge von Alain Juppé, der am vergangenen Sonntag bei den Parlamentswahlen in seinem Wahlkreis knapp verloren und daraufhin die Regierung verlassen hatte. Neuer Landwirtschaftsminister wird der ehemalige Außenminister Michel Barnier.
Fadela Amara, Aktivistin der Migrantinnenbewegung und Autorin des Buchs «Ni putes ni soumises» («Weder Huren noch Unterworfene») wurde Staatssekretärin für Wohnungsbau mit dem Schwerpunkt Stadtpolitik. In ersten Interviews nannte sie die Lösung der Vorstadtprobleme als Priorität ihrer Regierungsarbeit. Die aus dem Senegal stammende UMP-Politikerin Rama Yade wurde zur Staatssekretärin im Außenministerium berufen. (AP)