13. Jun 2007 19:20
Der Parlamentarier Walid Eido war ein Hariri-Vertrauter und Syrien-Kritiker. Er und sieben weitere Menschen fielen einem Anschlag zum Opfer.
Saad Hariris Vater, Rafik Hariri, war im Februar 2005 bei einem Bombenanschlag ums Leben gekommen. Der Hariri-Mord hatte eine Protestwelle im Libanon ausgelöst und zum Rückzug der Syrer aus dem Nachbarland ausgelöst. Ein anvisiertes UN-Tribunal soll jetzt unter anderem klären, ob die syrische Führung in die Bluttat, der 22 weitere Menschen zum Opfer fielen, verstrickt war. Dies alles hat zu einer schweren politischen Krise im Libanon geführt und Ängste vor einem Bürgerkrieg geschürt.Der am Mittwoch ermordete Eido war für seine Kritik an Syrien bekannt. Unter den Toten waren auch sein Sohn sowie zwei seiner Leibwächter. Der Korrespondent des Senders Al-Dschasira berichtete von 10 Toten und 20 Verletzten. Die Autobombe war in der Nähe der Uferpromenade im Beiruter Stadtteil Manarah explodiert und versetzte die Bevölkerung des Stadtteils in Panik. Die Explosion richtete erheblichen Sachschaden an. Mehere Autos wurden in Brand gesetzt.
Es war die sechste Bombenexplosion in der libanesischen Hauptstadt seit dem Ausbruch der Kämpfe zwischen der Armee und der Extremistengruppe Fatah al-Islam im Palästinenserlager Nahr al-Bared im Norden des Landes am 20. Mai. Aber auch in den beiden Jahren zuvor hatte es im Gefolge des Attentats auf Hariri mehr als ein Dutzend Anschläge im Libanon gegeben. Dabei kamen mehrere Politiker und für ihre syrienkritische Haltung bekannte Journalisten ums Leben. (dpa)