11. Jun 2007 21:00
Die Praxis der US-Regierung, Terrorverdächtige unbefristet festzuhalten, ist viel kritisiert worden. Jetzt hat der amerikanische Präsident George W. Bush einen Rechsstreit verloren.
Konkret ging es um einen Terrorverdächtigen aus Katar, der mit seiner Familie seit längerem legal in den USA lebte und seit 2003 als «feindlicher Kämpfer» in Einzelhaft in einem Militärgefängnis in South Carolina festgehalten wird. Ihm werden Verbindungen zur El Kaida vorgeworfen, aber es wurde nie eine entsprechende Anklage erhoben.Das Gericht entschied nun mit 2:1 Stimmen, dass dem Gefangenen Ali al-Marri nicht das Recht genommen werden dürfe, in einem Prozess zu den Vorwürfen gegen ihn Stellung zu nehmen. Zugleich wurde die Freilassung des Vaters von fünf Kindern aus Militärhaft angeordnet. Die Regierung hat jetzt die Wahl, ihn einem zivilen Gefängnis zu überstellen und ihn anzuklagen oder ihn auszuweisen.
Erst in der vergangenen Woche hatte ein Militärrichter im US- Gefangenenlager Guantanamo Bay (Kuba) die Anklage gegen zwei mutmaßliche Terroristen fallen gelassen, weil sie seiner Ansicht nach nicht von einem Sondergesetz zur Aburteilung «illegaler feindlicher Kämpfer» gedeckt war. Die US-Regierung hat dagegen Berufung eingelegt. (dpa)