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Frankreichs Sozialisten suchen den Strohhalm

11. Jun 2007 10:24
Die frühere Präsidentschafts-Kandidatin Royal, umringt von Reportern
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Stark geschwächt ist die französische Linke aus der ersten Runde der Parlamentswahl hervorgegangen. Dass der Zentrist Bayrou den Sozialisten noch eine Mehrheit beschaffen kann, ist unwahrscheinlich.

Bei der ersten Runde der Parlamentswahl in Frankreich hat die konservative UMP des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkoy mit 39,6 Prozent eine deutliche Mehrheit errungen. Auf die Sozialisten entfielen lediglich 24,7 Prozent der Stimmen. Auch wenn sie vor dem zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag kämpferische Töne anschlagen - ihre Chancen auf einen Sieg sind denkbar gering.

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Die bei der Präsidentwahl unterlegene sozialistische Kandidatin Ségolène Royal kandidierte zwar überhaupt nicht für einen Sitz in der Nationalversammlung - verschafft sich aber dennoch weiter öffentliches Gehör. Sie kündigte am Montag an, für die Partei wieder die Unterstützung des Zentristen François Bayrou zu suchen.

Beim Rennen um den Einzug in den Elysée-Palast war es Royal zwar nicht gelungen, genug Wähler Bayrous auf ihre Seite zu bringen, um die Mehrheit zu erringen. Nun will sie aber erneut Kontakt mit dem Chef der neuen Partei Demokratische Bewegung (MoDem) aufnehmen, wie die Sozialistin selbst am Montag im Radiosender RTL ankündigte.

Im zweiten Wahlgang gehe es darum, «eine exzessive Machtballung in den Händen einer Partei zu verhindern», sagte Royal. Sie teile mit Bayrou eine Reihe von Werten wie die Verteidigung der Unparteilichkeit des Staates. Deshalb rief sie Bayrous Wähler auf, dort für sozialistische Kandidaten zu stimmen, wo es Bewerber von MoDem nicht in die zweite Runde geschafft haben.

Bayrous Partei weit abgeschlagen

MoDem hatte mit 7,61 Prozent am Sonntag deutlich schlechter abgeschnitten als Bayrou bei der Präsidentenwahl mit 18,57 Prozent. Er kann höchstens mit vier Mandaten rechnen, mit seinem Verhalten aber den Ausschlag für den Ausgang in vielen Wahlkreisen geben, wo sich in der Stichwahl Sozialisten und Konservative gegenüber stehen.

Die Sozialisten hatten am Sonntag nur jede vierte Stimme gewinnen können. Sie haben damit Chancen auf 60 bis 170 der 577 Mandate. Die Partei UMP des Präsidenten Nicolas Sarkozy kann mit ihren Verbündeten mit 383 bis 501 Abgeordneten rechnen.

Trotz dieser Überlegenheit wirbt auch die UMP um Stimmen der Anhänger Bayrous. Man müsse Bayrou «die Hand reichen», um «schwierige Duelle mit der Linken zu vermeiden», sagte der frühere Premierminister Jean-Pierre Raffarin am Montag. «Man muss dem Zentrum die Hand reichen, denn man muss seine Basis verbreitern.»

Royal nicht auf Linie mit Hollande

Der Vorstoß Royals zeigt derweil erneut, wie tief gespalten die Sozialisten sind. Parteichef François Hollande - Royals Lebensgefährte - hatte eine Allianz bereits kategorisch abgelehnt. Ein solches Bündnis wolle auch Bayrou selbst nicht, wie er im Sender France Inter klarstellte. Ein Erdrutschsieg der Rechten müsse unbedingt verhindert werden.

Bayrou warnte indes davor, dass in der Nationalversammlung ein Ungleichgewicht drohe, das «Frankreich bedauern wird». (nz/dpa)

 
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