Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Klare Mehrheit für Sarkozys UMP erwartet

10. Jun 2007 09:34, ergänzt 15:53
Nicolas Sarkozy
Bild vergrößern
Die Sonne brannte, das Finale der French Open lief und der Ausgang war bereits klar: Nicht gerade viele Franzosen beteiligten sich am ersten Durchgang der Parlamentswahl.

Fünf Wochen nach der Präsidentenwahl sind die Franzosen am Sonntag erneut an die Wahlurnen gegangen, um im ersten Durchgang ein neues Parlament zu wählen. Präsident Nicolas Sarkozy hat nach den Umfragen gute Chancen, eine solide Mehrheit für seine Reformpolitik in den nächsten fünf Jahren zu bekommen.

Mehr in der Netzeitung:
Über die endgültige Sitzverteilung wird beim zweiten Wahlgang am 17. Juni entschieden, sollten die Kandidaten in ihren Wahlkreisen nicht gleich die erforderliche absolute Mehrheit erreichen. Bereits Anfang Juli soll die neue Nationalversammlung in einer Sondersitzung wichtige Steuer- und Sozialreformen auf den Weg bringen.

Karibik-Bewohner lustlos

Der erwartete klare Ausgang der Wahl bremste spürbar den Elan der Wähler. Bis Mittag gaben 22,56 Prozent der Stimmberechtigten ihre Stimme ab. Das sind zwar fast drei Prozentpunkte mehr als vor fünf Jahren, als es am Ende eine Rekordenthaltung von 35,58 Prozent gab. Beim ersten Durchgang der Präsidentenwahl am 22. April hatten mittags jedoch bereits 31,21 Prozent ihre Stimme abgegeben. In den drei Karibik-Départements, wo die Wahl am Samstag stattfand, blieben die Wähler scharenweise den Urnen fern. Französisch-Guayana, Guadeloupe und Martinique meldeten Rekordenthaltungen von 60 bis 65,9 Prozent.

Rund 44,4 Millionen Stimmberechtigte - davon eine Million in den Überseegebieten - waren aufgerufen, die 577 Abgeordneten der Pariser Nationalversammlung zu bestimmen. Die Meinungsforscher sehen Sarkozys Regierungsbündnis aus der konservativen UMP und dem Neuen Zentrum bei 41 bis 42 Prozent. Dem Linksbündnis um die Sozialisten werden rund 30 Prozent zugetraut. Auf ungefähr zehn Prozent taxieren die Demoskopen die neue Demokratische Bewegung (MoDem). Nach dem zweiten Wahlgang in einer Woche rechnen Demoskopen wegen des Mehrheitswahlrechts mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit für die Regierungsparteien.

Desinteresse trotz Sarkozy-Aufruf

Erneut gewählt wird in den Wahlkreisen, in denen kein Kandidat die absolute Mehrheit erhalten hat. Jeder kann antreten, der beim ersten Urnengang mindestens 12,5 Prozent der Stimmen auf sich vereinen konnte. Beim erneuten Wahlgang genügt die einfache Mehrheit.

Der Wahlkampf stieß bei den Franzosen weitgehend auf Desinteresse. Präsident Sarkozy rief die Wähler auf, ihm eine breite Basis für den von ihm propagierten «Bruch» mit der bisherigen Politik zu geben. Die Opposition trat nach der verlorenen Präsidentenwahl ohne Hoffnung auf einen Sieg an und setzt auf eine Schadensbegrenzung. Die Sozialisten mahnten die Wähler, für Pluralität in der Nationalversammlung zu sorgen, und kündigten einen «Neuaufbau» der Partei nach der Wahl an.

Wie den Kommunisten fehlen auch der neuen Zentrumspartei MoDem Bündnispartner, um in Fraktionsstärke von 20 Mandaten ins Parlament einzuziehen. MoDem-Chef François Bayrou, der bei der Präsidentenwahl noch 18,57 Prozent der Stimmen erhalten hatte, kritisierte bei der Stimmabgabe das «ungerechte Wahlsystem», das die Regierungspartei massiv begünstige. Für Bayrou ging es wie auch für die Kommunisten, Trotzkisten, Grünen und die Nationale Front bei der Wahl vor allem darum, die Parteikasse zu füllen. Denn jede Wählerstimme bringt 1,66 Euro vom Staat. Die parlamentsfeindlichen Trotzkisten stellten mit Blick auf die Staatsmittel sogar mehr Kandidaten auf als die UMP.

Hochrechnungen dürfen in Frankreich erst nach der Schließung der letzten Wahlbüros um 20.00 Uhr veröffentlicht werden. Ein vorläufiges amtliches Endergebnis wird nicht vor Montagmorgen erwartet. (dpa)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
Krümmungswinkel egal: 
Freiheit für die EU-Gurke
Nach Ende des Kaukasus-Kriegs: 
EU will Russland nicht mehr ausgrenzen
 
Koalition einigt sich bei Online-Durchsuchung: 
BKA-Trojaner erhält Verfallsdatum
Trauerfeier zu Afghanistan-Soldaten: 
Jung würdigt Verdienste «gefallener Soldaten»
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.