Netzeitung Logo
 
Aktuelles  »  Politik  »  Ausland
DruckenVersenden
 

Rückschlag für US-Regierung in Guantánamo

05. Jun 2007 08:38
Eine Zelle in Guantánamo.
Bild vergrößern
Zwei Insassen des Gefangenenlagers Guantánamo können nicht so schnell verurteilt werden, wie es sich die US-Regierung wünscht. Die zuständigen Militärrichter wiesen die Anklagen zurück.

Die Bemühungen der US-Regierung um schnelle Verfahren gegen Insassen des umstrittenen Gefangenenlagers Guantánamo haben am Montag einen schweren Rückschlag erlitten. In zwei Fällen wiesen die Militärrichter die Anklagen zurück. Die Richter erklärten, die Regierung habe es versäumt, die Zuständigkeiten klar zu regeln.

«Unrechtmäßig» fehlt

Mehr in der Netzeitung:
Bei den Bedenken geht es vor allem um die Einstufung der beiden Angeklagten, des Kanadiers Omar Khadr und des mutmaßlichen früheren Leibwächters und Chauffeurs von Al-Qaeda-Anführer Osama bin Laden, Salim Ahmed Hamdan. Sie waren vor Jahren als «feindliche Kombattanten» eingestuft wurden. In dem betreffenden Military Commissions Act heißt es ausdrücklich, dass nur «unrechtmäßige feindliche Kombattanten» vor die Tribunale gestellt werden können. Also fehlte das Wort «unrechtmäßig».

Auf Grund einer Klage von Hamdan hatte der Oberste Gerichtshof der USA im vergangenen Jahr das frühere System von Militärtribunalen für verfassungswidrig erklärt. Der Kongress erließ daraufhin neue Richtlinien für die Tribunale, die US-Präsident George W. Bush unterzeichnete.

Khadr wurde im Alter von 15 Jahren festgenommen und inhaftiert. Dem heute 20-Jährigen wurden Mord, Verschwörung und Unterstützung des Terrorismus vorgeworfen. Er soll bei einem Feuergefecht in Afghanistan im Juli 2002 einen US-Soldaten mit einer Granate getötet haben. Seine Anwälte beschrieben ihn als Kindersoldaten, der rehabilitiert und nicht inhaftiert werden sollte. Khadr bleibt auch nach der Entscheidung des Tribunals in Guantánamo.

Salim Ahmed Hamdan, der seit Mai 2002 in Guantanamo festgehalten wird, werden Verschwörung und die Unterstützung des Terrorismus vorgeworfen. In der Anklage erklärten die Streitkräfte, Hamdan sei in die Bombenanschläge auf die US-Botschaften in Kenia und Tansania 1998, den Anschlag auf das US-Kriegsschiff «USS Cole» 2000 und die Anschläge vom 11. September 2001 verwickelt. Er habe als Bin Ladens Fahrer und Leibwächter gearbeitet und habe außerdem Waffen an die Al Qaeda und ihre Verbündeten geliefert. (AP)

 
Drucken
VersendenSocial Bookmark Mister Wong Yigg Google del.icio.us Oneview Webnews
 
Zu weiteren Bildergalerien
Zu weiteren Bildergalerien
Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Zum Wissenstest

Alle Wissenstests

Sie müssen JavaScript aktiviert und Flash 8 installiert haben, um diese Seite in vollem Umfang nutzen zu können.
 
Anschlagsserie mit Dutzenden Toten: 
13-Jährige sprengt sich im Irak in die Luft
Nach dem Tod von acht Zivilisten: 
Syrien kritisiert «Aggression» der US-Armee
 
Krümmungswinkel egal: 
Freiheit für die EU-Gurke
Nach Ende des Kaukasus-Kriegs: 
EU will Russland nicht mehr ausgrenzen
 
Koalition einigt sich bei Online-Durchsuchung: 
BKA-Trojaner erhält Verfallsdatum
Trauerfeier zu Afghanistan-Soldaten: 
Jung würdigt Verdienste «gefallener Soldaten»
 
Live Top 5
netzeitung.de auf Ihrer iGoogle-Seite
Aus anderen Ressorts
Zur Autogazette

Geschäftsführer: Dr. Robert Daubner | Chefredakteurin: Domenika Ahlrichs | Impressum | Datenschutz
NZ Netzeitung GmbH · Karl-Liebknecht-Str. 29 · 10178 Berlin · Tel.: 030 23 27 6840 · Fax: 030 23 27 6874
Alle Rechte © 2008 NZ Netzeitung GmbH
 
Vermarktung: DZH Online Media Sales Group GmbH
 
IT & Security by Procado
 
[ai:ti]-Quotes&Charts: IT Future AG
Quellen der Börsendaten: IT Future AG, Standard&Poor's Comstock Inc. und weitere.