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Taylor sorgt beim Prozess-Auftakt für Eklat

04. Jun 2007 09:46, ergänzt 11:56
Charles Taylor werden Gewaltakte gegen Zivilisten angelastet
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Wegen Kriegsverbrechen steht der frühere liberianische Präsident Taylor vor einem UN-Gericht in Den Haag. Beim Prozessauftakt kam es gleich zum Eklat.

Der Kriegsverbrecherprozess gegen den früheren liberianischen Diktator Charles Taylor hat mit einem Eklat begonnen. Der Angeklagte erschien überraschend nicht zu der Verhandlung vor einem Sondergericht in Den Haag. Zugleich entließ Taylor schriftlich seinen Verteidiger. Obwohl die Vorsitzende Richterin den Anwalt mehrfach sichtlich verärgert aufforderte, zumindest während der Eröffnungsplädoyers zu bleiben, verließ der Jurist nach etwa einer Stunde den Saal.

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Zuvor hatte der Anwalt einen längeren Brief verlesen, in dem Taylor von einer Scharade sprach, an der er sich nicht beteiligen wolle. Ein Vertreter der Anklage betonte, es gebe keinen Grund für Taylor, nicht vor Gericht zu erscheinen.

Erstmals eröffneten die Vereinten Nationen am heutigen Montag ein Verfahren gegen einen ehemaligen Staatschef aus Afrika. Liberias Ex-Präsident muss sich vor dem Sondergerichtshof für Sierra Leone verantworten, der aus Sicherheitsgründen in Den Haag tagt.

Schwere Vorwürfe

Taylor wird vorgeworfen, während des elfjährigen Bürgerkriegs in Sierra Leone die Rebellen in dem westafrikanischen Nachbarland unterstützt zu haben. Tausende Zivilisten wurden in dem Konflikt getötet oder verstümmelt - vielen wurden von den Angreifern Gliedmaßen amputiert.

Es wird damit gerechnet, dass der Prozess zwischen einem Jahr und 18 Monaten dauert. Großbritannien hat bereits angeboten, Taylor im Falle einer Verurteilung in Haft zu nehmen.

Der Ex-Präsidenten muss sich unter anderem wegen Menschenrechtsverbrechen, Mord, sexueller Gewalt, Plünderungen und dem Einsatz von Kindersoldaten verantworten. Im März vergangenen Jahres war er erstmals vor dem damals in Sierra Leones Hauptstadt Freetown tagenden Gericht aufgetreten und hatte auf nicht schuldig plädiert.

Prozess aus Sicherheitsgründen in Den Haag

Wegen befürchteter Unruhen in Sierra wurde das Gericht in die Niederlande verlegt, es tagt seitdem im Gebäude des Internationalen Strafgerichtshofs (ICC). Anders als die Tribunale für Ex-Jugoslawien und Ruanda wird das Gericht für Sierra Leone nicht von der Uno sondern von einzelnen Staaten finanziert.

Taylor hatte 1989 zunächst einen Bürgerkrieg in Liberia begonnen, er wurde daraufhin einer der mächtigsten Warlords der Region. 1991 griff im benachbarten Sierra Leone einer seiner Anhänger, Foday Sankoh, zu den Waffen. Taylor wird angelastet, Sankohs Vereinigte Revolutionäre Front (RUF) Waffen, Geld und Kämpfer bereitgestellt zu haben. (nz)

 
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