01. Jun 2007 07:35
Japan ist erneut mit einem Antrag gescheitert, begrenzte Walfangrechte für bestimmte Regionen durchzusetzen. Mit großer Mehrheit wurde das weltweite kommerzielle Walfangverbot bestätigt.
Der Stimmenvorteil stammt von fünf neuen IWC-Mitglieder, Zypern, Griechenland, Kroatien, Slowenien und dem latein- amerikanischen Ecuador, die sich der Walfangkommission seit 2006 anschlossen und damit das Blatt zu Gunsten der Walschützer wendeten. Die Bestätigung des Walfangmoratoriums in Anchorage hebt eine Erklärung der letzten Jahrestagung auf, die sich mit einer Stimme Mehrheit für eine Wiederaufnahme des Walfangs ausgesprochen hatte.Unter dem Druck der Walschützer zog Japan kurz vor Tagungsende den wegen Stimmenmangels zum Scheitern verurteilten Antrags zurück, auch japanischen Küstenbewohnern das Recht auf den Walfang zur Existenzsicherung zu gewähren. Dieser so genannte Subsistenzwalfang erlaubt einigen Ureinwohnern, eine begrenzte Anzahl von Walen zum eigenen Verzehr zu jagen. Dagegen halten die Walschützer, dass der Lebensstandard in japanischen Küstenorten nicht vergleichbar mit dem der indigenen Völker in Alaskas, Grönland und Russlands seien.
Dafür wurde Grönlands Inuits erlaubt, künftig mehr Zwergwale zur Existenzsicherung zu jagen. Nach einem Beschluss vom Donnerstag darf Grönlands wachsende indigene Bevölkerung künftig 200 - statt bisher 175 - Zwergwale erlegen, dazu 19 Finnwale und ab 2008 erstmals auch 2 Grönlandwale. Dafür verzichtete die dänische Regierung für Grönland auf die Jagderlaubnis für zusätzlich geforderte 10 Buckelwale.
Grönland ist teilautonomes dänisches Außengebiet. Die IWC-Wissenschaftskommission geht davon aus, dass noch etwa 180.000 Zwergwale im Atlantik leben und weitere 700.000 in der Antarktis. Dagegen glauben die Wissenschaftler, dass sich Buckelwale noch nicht so weit regeneriert haben, um wieder zur Jagd freigegeben werden zu können. (dpa)