27. Mai 2007 16:14
Nachdem ihnen Geständnisse mit Gewalt abgepresst worden waren, drohte ihnen die Todesstrafe. Nun ist zumindest der Verleumdungsvorwurf gegen die Krankenschwestern und einen Arzt vom Tisch.
Die Krankenschwestern und der Arzt hatten libysche Polizisten beschuldigt, ihnen unter Folter das Geständnis abgepresst zu haben, sie hätten in einem Krankenhaus in der Hafenstadt Bengasi rund 400 Kinder vorsätzlich mit dem Aids-Virus (HIV) angesteckt. Bei den Todesurteilen gegen die sechs hatten sich die Richter wesentlich auf diese Geständnisse gestützt. Die beschuldigten Polizeioffiziere hatten die Bulgarinnen und den Palästinenser wegen Verleumdung verklagt. Nach ihrer Niederlage vor Gericht müssen sie nun die Gerichtskosten tragen.Unklar ist, wie sich die Entscheidung auf das weitere Verfahren im Aids-Fall auswirkt. Die Krankenschwestern und der Arzt waren im Mai 2004 von einem libyschen Gericht wegen vorsätzlicher Ansteckung der Kinder zum Tode verurteilt worden. Experten führen dagegen die Aids-Epidemie in dem Kinderkrankenhaus in Bengasi auf schlechte Hygiene zurück. Nach Bestätigung der Todessurteile Ende 2006 soll nun das Oberste Gericht von Libyen über den Fall entscheiden. Die Europäische Union, der Bulgarien zu Beginn dieses Jahres beigetreten ist, bemüht sich um die Freilassung der seit 1999 in Libyen einsitzenden Frauen. (nz/dpa)