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Iran könnte in drei Jahren Atomwaffen haben

24. Mai 2007 19:36
Mohammed el Baradei
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Mohammed el Baradei hat die Rechnung aufgemacht: Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde warnt davor, im Atomstreit mit dem Iran ausschließlich Sanktionen als wirksames Druckmittel zu betrachten.

Der Iran kann nach Ansicht des Generaldirektors der Internationalen Atomenergieorganisation (Iaeo), Mohammed el Baradei, «frühestens in drei bis acht Jahren» über Atomwaffen verfügen. Bei einer internationalen Konferenz über die Weiterverbreitung von Atomwaffen sagte er am Donnerstag in Luxemburg: «Wir sehen eine Verschlechterung der Lage und wir bewegen uns auf eine Konfrontation zu.» Er teile die Auffassung von Experten, die «frühestens Ende dieses oder Mitte des nächsten Jahrzehnts» Atomwaffen im Iran für möglich hielten.

«Nicht zur Sicherheit bomben»

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Am Donnerstag lief auch die in der UN-Resolution vom 24. März genannte Frist ab, bis zu der Teheran seine Anreicherungsaktivitäten einstellen sollte. Führende Mitglieder des Sicherheitsrates wollen die Sanktionen gegen den Iran verschärfen. Bis zu einer Entscheidung dürfte es aber noch einige Tage, wenn nicht Wochen dauern.

El Baradei appellierte an Teheran und die internationale Gemeinschaft, sich in dem Konflikt rasch auf den Beginn von Verhandlungen zu einigen: «Eines sollte doch inzwischen klar sein: Wir können uns nicht zu mehr Sicherheit hinbomben.» Er warnte davor, sich vor allem auf Sanktionen zu verlassen. Ohne den Iran namentlich zu erwähnen sagte er: «Der Dialog wird als Belohnung für gutes Verhalten zurückgehalten statt als Anreiz für gutes Betragen und die Lösung von Schwierigkeiten zu dienen. Öffentliches Reden ersetzt wirksame Diplomatie.»

Er zeigte sich «besorgt, dass der Iran seine Kapazitäten zur Urananreicherung ausweitet und die Iaeo derzeit keine Möglichkeit zu robusten Inspektionen hat». «Wir sehen, wie sich das Wissen der Iaeo verschlechtert und wir sehen keine Verhandlungen zwischen den beiden Seiten. Dieser Stillstand ist aus der Perspektive der Nicht-Weiterverbreitung nicht akzeptabel.»

Der Iaeo-Generaldirektor forderte, die gesamte Herstellung von nuklearem Brennstoff, vor allem die Urananreicherung, unter internationale Kontrolle zu stellen. Er begrüßte die Bereitschaft Russlands, eine nationale Anlage zur Urananreicherung für den Iran unter internationale Kontrolle zu stellen. Auch der Vorschlag des deutschen Außenministers Frank-Walter Steinmeier, eine multinationale Anreicherungsanlage zu bauen, sei positiv. «Der UN-Sicherheitsrat hätte meiner Ansicht nach eine bessere moralisch Autorität, wenn das die Regeln zur Nichtweiterbreitung und Rüstungskontrolle universell gelten», sagte El Baradei.

Tendenz zur Gewalt

In einem schriftlichen Grußwort bezeichnete Russlands Präsident Wladimir Putin die Möglichkeit, dass Atomwaffen in die Hände von Terroristen geraten könnten, als «die größte Gefahr». «Ein anderer destabilisierender Faktor ist die Tendenz, in internationalen Fragen Gewalt anzuwenden», sagte er. «Und als Folge sind manche Staaten versucht, sich für die nukleare Option zu entscheiden.»

Der Leiter der russischen Atomenergie-Agentur, Sergej Kirijenko, sagte, Russland sei nicht nur zur Urananreicherung für den Iran unter internationaler Kontrolle bereit. Moskau erwäge auch, in Russland unter Leitung der Iaeo eine internationale «Bank» für Kernbrennstoffe anzulegen, die allen an friedlicher Nutzung Interessierten einen jederzeitigen Zugang zu angereichertem Uran garantiere. (dpa)

 
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