18. Mai 2007 14:23
Acht Männer und sieben Frauen regieren künftig im Kabinett des französischen Premiers François Fillon. Ein Überblick über die wichtigsten Minister.
Alain Juppé Der 61-jährige frühere Premierminister und amtierende Bürgermeister von Bordeaux ist als Staatsminister die Nummer zwei in der Regierung hinter dem Premier. Er kümmert sich um Umwelt und dauerhafte Entwicklung. Der einstige Kronprinz von Altpräsident Jacques Chirac hatte nach einer Bewährungsstrafe wegen Korruption und Scheinbeschäftigung seine Ambitionen zunächst zurückstecken müssen.
Bernard Kouchner
Der 67-jährige Sozialist und Gründer der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen, in Frankreich seit langem ausgesprochen populär, ist die Überraschung in der konservativen Regierung Fillon. Der frühere Gesundheitsminister und UN-Verwalter im Kosovo hatte in seiner Partei jedoch nie eine breite Basis. Kouchner ist mit der Starjournalistin Christine Ockrent verheiratet. Er wird Außen- und Europaminister.
Michèle Alliot-Marie
Als frühere gaullistische Parteichefin und dann als Verteidigungsministerin hat sich die 60-Jährige ein Profil geschaffen und sich auch - vergebens - als mögliche Premierministerin ins Gespräch gebracht. Die energische und engagierte Politikern zieht ins Innenministerium ein, aus dem heraus der neue Präsident Nicolas Sarkozy als Minister seine Politik von Recht und Ordnung formulierte.
Jean-Louis Borloo
Der Konservative (53) mit «sozialem Hang» übernimmt das Ministerium für Wirtschaft und Finanzen. Der ehemalige Minister für Beschäftigung und sozialen Zusammenhalt bot sich für diese Regierung an, die sich nach dem Willen von Staatspräsident Nicolas Sarkozy zur Mitte hin offen erweisen soll. Jean-Louis Borloo gehört zu den beliebteren Politikern in Frankreich.
Brice Hortefeux
Für den 49-jährigen engen Vertrauten des Präsidenten wurde ein Ministerium geschaffen, das dem Staatschef besonders am Herzen liegt. Er soll sich um Entwicklung, Zuwanderung, Integration und nationale Identität kümmern. Hortefeux war bereits als beigeordneter Minister für Gebietskörperschaften tätig. Für sein neues Amt wurden Abteilungen aus vier Ministerien zusammengelegt.
Hervé Morin
Der 46 Jahre alte Abgeordnete wird Minister für Verteidigung als Nachfolger von Michèle Alliot-Marie. Morin ist neben Kouchner eine Symbolfigur für die vom Präsidenten versprochene «Öffnung»: Er war in der Zentrumspartei UDF eine der Stützen von François Bayrou, der als drittplatzierter Präsidentschaftskandidat Furore machte, sich dann aber eindeutig von Nicolas Sarkozy abgrenzte. (dpa)