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Royal will nicht ins Parlament einziehen

11. Mai 2007 16:30
Ségolène Royal plant eine neue linke Sammlungsbewegung
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Bei der Parlamentswahl im Juni will die unterlegene französische Präsidentschafts-Kandidatin nicht antreten. Damit wird ihre Zukunft bei den Sozialisten völlig ungewiss.

Nach ihrer Niederlage bei der französischen Präsidentschaftswahl bewirbt sich die Sozialistin Ségolène Royal nicht um ein neues Abgeordnetenmandat. Royal werde bei der Parlamentswahl im Juni nicht antreten, bestätigte ihr früherer Wahlkampfleiter Jean-Louis Bianco am Freitag.

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Die Frage nach ihrer künftigen Rolle in der Partei ist damit offener denn je. Bianco sagte, er habe Royal zur Kandidatur bewegen wollen. «Aber sie hat gezögert.» Als Grund führte er deren Prinzipientreue an.

Für den Fall ihres Wahlsieges hatte Royal ein Verbot der Ämterhäufung angekündigt. Sie selbst ist seit 1988 Abgeordnete für den Wahlkreis Deux-Sèvres in der westlichen Stadt Melle und seit 2004 auch Präsidentin der Region Poitou-Charentes. Dieses Amt wird sie fortführen.

Die 53-Jährige hatte am Sonntag die Wahl mit knapp 47 Prozent klar gegen den Konservativen Nicolas Sarkozy verloren. Noch am Wahlabend bekundete sie Interesse an einem Spitzenamt der PS. Parteichef ist seit zehn Jahren Royals Lebensgefährte François Hollande. Ohne Sitz in der Nationalversammlung oder im Parteivorstand könnte Royal Schwierigkeiten haben, ihren Einfluss zu wahren.
Zumal Royal und Hollande schon im Wahlkampf nicht immer an einem Strang zogen.

Royal plant eigene Partei

Ihr Vertrauter Bianco brachte am Freitag die Bildung einer neuen linken Sammlungsbewegung ins Spiel, deren Präsidentin Royal werden solle, während Hollande Generalsekretär der PS bleibe. Unterstützung für eine Erneuerung der Partei könnte Royal von Dominique Strauss-Kahn erhalten, dem einflussreichsten Vertreter des rechten Flügels.

Bevor die PS am Samstag ihre Kandidatenliste für die Parlamentswahl zusammenstellt, bekräftigte dieser seine Forderung nach einer «Sozialdemokratisierung» und übte scharfe Kritik an der Parteiführung und damit an Hollande. Der Kompromisszwang als Strategie und die Gewandtheit als Methode hätten zu einer Entfremdung der Partei von der Wirklichkeit geführt, sagte Strauss-Kahn am späten Donnerstagabend.

Wenn sich die PS nicht den Realitäten der Marktwirtschaft stelle, drohe ihr das Schicksal der Kommunistischen Partei: «Eine Geschichte, und schließlich ein erloschener Stern.» Eine Chance für die Partei sieht der frühere Wirtschaftsminister nur «durch einen Sozialismus der Realität, den ich Sozialdemokratie nenne». (AP)

 
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