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US-Wissenschaftlerin im Iran inhaftiert

09. Mai 2007 12:38
Präsident Ahmadinedschad wittert Umsturz-Bestrebungen von außen
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Ausländische Wissenschaftler wecken bei Irans Hardlinern zunehmend Misstrauen. Eine Forscherin aus den USA wird offensichtlich verdächtigt, die Opposition zu unterstützen.

Eine bekannte iranischstämmige US-Wissenschaftlerin sitzt seit Dienstag in Teheran im Gefängnis. Zuvor sei Haleh Esfandiari vier Monate lang daran gehindert worden, das Land zu verlassen, berichtete am Mittwoch die «New York Times», die sich auf das Internationale Studienzentrum Woodrow Wilson in Washington berief.

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  • Esfandiari, Direktorin der Nahost-Abteilung des Zentrums, sei seit Dezember mehrmals verhört worden, hieß es. Die iranischen Behörden hätten Auskunft über ihre Arbeit verlangt, Nach ihrer Inhaftierung habe sie lediglich ein Telefonat führen dürfen, um ihre Familie zu informieren.

    Die Wissenschaftlerin hatte den Iran 1979 verlassen, als die Mullahs die Macht ergriffen. Während der vergangenen zehn Jahre war sie zwei Mal in ihre Heimat zurückgekehrt, um ihre kranke Mutter zu besuchen.

    Andere iranisch-amerikanische Akademiker sehen die Gründe für die Festnahme vor allem im Misstrauen Teherans gegen Forschungsinstitute, die der Opposition im Land Unterstützung bieten könnten. Auf der Website des Wilson-Zentrum sind Konferenzen aufgelistet, die Esfandiari mitorganisiert hat. Die Treffen befassten sich unter anderem mit der Reformbewegung und dem Atomprogramm im Iran.

    Kanadier der Hilfe für den «Feind» bezichtigt

    Im vergangenen Jahr war bereits ein aus dem Iran stammender Kanadier inhaftiert worden, dem wegen der Teilnahme an ähnlichen Konferenzen eine Zusammenarbeit mit dem «Feind» vorgeworfen wurde. Ramin Jahanbegloo wurde im August freigelassen, nachdem er zugegeben hatte, dass «ausländische Agenten» seine Einschätzungen für ihre Zwecke ausgenutzt haben könnten.

    Andere Beobachter sehen den Fall Esfandiari als Zeichen dafür, dass sich die Rivalitäten in der iranischen Regierung weiter verschärft haben. Anhänger des als Hardliner auftretenden Staatschef Mahmud Ahmadinedschad stehen im Kabinett den Gefolgsleuten des moderaten Ex-Präsidenten Ali Akbar Haschemi Rafsandschani gegenüber.

    Erst Ende April war ein Verbündeter Rafsandschanis festgenommen worden. Esfandiari wiederum gilt als Vertraute von Faisah Rafsandschani, der Tochter des früheren Präsidenten. (nz)

     
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