netzeitung.deFrankreichs Sozialisten streiten nach Wahlschlappe

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Der Disput unter den Sozialisten um Royal droht der Partei bei der Parlamentswahl zu schaden (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Der Disput unter den Sozialisten um Royal droht der Partei bei der Parlamentswahl zu schaden
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Die Sozialisten um Präsidentschafts-Kandidatin Royal suchen nach Schuldigen für die Wahlniederlage. Parteichef Hollande warnt vor einer internen Abrechnung. Wahlsieger Sarkozy geht indes in Klausur.

In der Sozialistischen Partei (PS) stehen nach der verlorenen Präsidentschaftswahl in Frankreichs die Zeichen auf Sturm.

«Es hat die wirkliche ideologische Erneuerung gefehlt, wie sie Sarkozys Partei UMP geleistet hat», sagte der Wahlkampfmanager von Kandidatin Ségolène Royal, Jean-Louis Bianco am Montag in Paris. Der ehemalige Premierminister Laurent Fabius hatte zuvor kritisiert, die PS habe im Kampf um die Macht nicht «überzeugt».

Ex-Wirtschaftsminister Dominique Strauss-Kahn warf den Sozialisten vor, ihre politischen Ziele nicht klar genug artikuliert zu haben. Wenn man den Wählern gegenüber nicht eindeutig auftrete, könnten diese auch nicht folgen, sagte Strauss-Kahn. Royal gab er allerdings keine Schuld - sie habe in der Partei bereits viel in Bewegung gesetzt.

«Gegen eine Abrechnung»
Parteichef François Hollande wandte sich angesichts zunehmender Kritik am Montag «gegen eine Abrechnung in der Partei» vor der Parlamentswahl im Juni. Nicolas Sarkozy hatte am Sonntag in der Stichwahl die Sozialistin Royal mit 53,06 Prozent überzeugend geschlagen.

Royal, die eine Öffnung des linken Lagers zur Mitte hin versucht und dafür mit sozialistischen Tabus gebrochen hatte, kam auf 46,94 Prozent. Es war die dritte linke Niederlage in Folge bei einer Präsidentenwahl.

Zähler auf Null stellen!
Vincent Peillon, Sprecher der Verliererin, rief die Partei am Montag dringend dazu auf, «den Zähler auf Null zu stellen» und sich der Zukunft zuzuwenden. Arnaud Montebourg aus Royals Umfeld wandte sich dagegen, mit der Parlamentswahl eine «Kohabitation» (ein linker Premierminister unter einem rechten Präsidenten) anzustreben, da das die vor Sarkozy und dem Land liegenden Probleme nicht lösen könne.

Sarkozy zieht sich nach seinem Sieg zu einer Klausur zurück, um die Übernahme der Staatsgeschäfte am 16. Mai vorzubereiten, sagte Wahlkampfmanager Claude Guéant am Montag. Der Ort der Klausur ist geheim, doch hat Sarkozy laut nicht dementierten Presseberichten Korsika ausgewählt.

Sarkozy plant parteiübergreifende Regierung
Sarkozy will ein auf 15 Minister begrenztes Kabinett. Als Premierminister ist allen voran sein Berater François Fillon im Gespräch, aber auch Sozialminister Jean-Louis Borloo und Verteidigungsministerin Michèle Alliot-Marie.

Wie Géant weiter mitteilte, will Sarkozy ein parteiübergreifendes Kabinett bilden. Diesem sollen Vertreter des Zentrums und Persönlichkeiten aus dem linken Lager angehören. (nz/dpa/AP)