Erste Haftbefehle im Darfur-Konflikt
02.05.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der Sudan müsse den Minister für Humanitäre Angelegenheiten, Ahmad Harun, und den Dschandschawid-Führer Ali Kuschajb festnehmen, erklärte Ankläger Luis Moreno-Ocampo am Mittwoch in Den Haag.
Moreno-Ocampo hatte die beiden Männer im Februar als Verdächtige in mehr als 50 Fällen von Kriegsverbrechen benannt. Zu den Vorwürfen zählen Verwicklung in Angriffe auf die Zivilbevölkerung, Mord und Vergewaltigung.
Die Vorfälle beziehen sich auf den Zeitraum zwischen August 2003 und März 2004, Harun war damals im Innenministerium für die Sicherheit in Darfur zuständig. Bei Gewalttaten in der westsudanesischen Region sind seit Februar 2003 mehr als 200.000 Menschen getötet worden. Etwa 2,5 Millionen Bewohner wurden in die Flucht getrieben.
Eigene Untersuchungen ergaben nach Angaben Al Mardis keine belastenden Beweise gegen Harun. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch in New York rief die internationale Gemeinschaft auf, den Druck auf den Sudan zu verstärken, um die Festnahme und Überstellung der Verdächtigen zu erreichen.
Damit dieser Erfolg aber nachhaltig sei, müsse die Sicherheit verbessert werden, und dies könne nur in Verbindung mit einem umfassenden Friedensabkommen gelingen, sagte Guterres am Dienstag in New York. Entsprechenden Verhandlungen sei aber nicht genug Aufmerksamkeit zuteil geworden. (AP)

