25. Apr 2007 21:23
Im Atomstreit mit dem Iran haben Unterhändler Laridschani und EU-Chefdiplomat Solana in Ankara länger miteinander beraten, als ursprünglich geplant. Teheran fordert neue Impulse des Westens.
Der Iran erwartet von der internationalen Gemeinschaft «neue Ideen» zur Lösung des Atomstreits. Unmittelbar vor Beginn seines Treffens mit Solana hatte Laridschani gesagt, sie kämen zusammen, weil «neue Ideen vorgestellt werden sollten». Solana äußerte die Hoffnung, dass endlich Fortschritte erzielt würden, um Verhandlungen aufnehmen zu können.Solana traf mit Laridschani erstmals seit Februar zu einem Gespräch über die vom Iran betriebene Urananreicherung zusammen, deretwegen der UN-Sicherheitsrat schon zwei Mal Sanktionen gegen Teheran verhängt hat. Am Vorabend des Treffens deutete sich ein möglicher Ausweg aus der derzeitigen Sackgasse an.
Nach Angaben von Diplomaten sind die Vetomächte des Sicherheitsrats und Deutschland bereit, auf iranische Verhandlungsvorschläge einzugehen. Teheran könnte demnach einen Teil seines Programms zur Urananreicherung fortsetzen und müsste es nicht komplett einstellen, wie am Dienstag in Ankara verlautete. Erreicht werden könnte dies «mit einer neuen Definition von Urananreicherung», sagte ein Diplomat.
Der Iran beharrt auf seinem Recht als Unterzeichnerstaat des Atomwaffensperrvertrags, die Atomkraft friedlich zur Stromgewinnung nutzen zu können und dabei auch Uran zur Herstellung von Brennstäben anzureichern. Im Westen wird aber vermutet, dass der Iran letztlich den Bau einer Atombombe anstrebt. (AP)