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Kämpfe in Somalia weiten sich aus

24. Apr 2007 10:19
Sorge um die Opfer: Zwei Söhne und ihr verletzter Vater
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Bei Gefechten in Somalia sind binnen weniger Tage mehr als 200 Menschen getötet worden. Die Angriffe auf Hilfsorganisationen haben deutlich zugenommen.

Die seit Tagen andauernden Kämpfe in der somalischen Hauptstadt Mogadischu haben sich nun auch auf die südliche Hafenstadt Kismayo ausgeweitet. In beiden Städten kamen seit Wochenbeginn mindestens 21 Menschen ums Leben. Sechs Tage nach Beginn heftiger Gefechte in Somalias Hauptstadt Mogadischu ist die Zahl der Todesopfer bis Montag auf fast 250 gestiegen.

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Ärzte in den wenigen funktionierenden Krankenhäusern berichteten, Patienten müssten unter offenem Himmel oder in Zelten operiert werden, weil der Andrang so groß sei. Regierungstreue Truppen lieferten sich Gefechte mit Clan-Milizen. Ziele der Angriffe mit Granaten und schwerer Artillerie wurden zunehmend auch Hilfsorganisationen und Medieneinrichtungen.

Hintergrund:
In Mogadischu wurde auch ein Hospital von «Ärzte ohne Grenzen» beschossen, wie eine Sprecherin in Nairobi sagte. Das Gebäude wurde dabei schwer beschädigt. Die Zentrale von «Daryeel Bulsho Guud», der Partnerorganisation von Diakonie Katastrophenhilfe und «Brot für die Welt», war mehr als 24 Stunden lang mit Granaten beschossen worden.

Aufruf zu Waffenstillstand

Ebenfalls mit Granaten beschossen wurde der unabhängige Radiosender HornAfrik, den die Übergangsregierung wegen seiner kritischen Berichterstattung schon mehrfach geschlossen hatte.

Die Europäische Union forderte alle an dem Konflikt beteiligten Parteien zu Verhandlungen über ein Ende des blutigen Konflikts auf. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Für den Konflikt in Somalia gebe es keine militärische Lösung, alle Beteiligten müssten dringend zum politischen Dialog zurückkehren.

Somalia hat seit der Flucht des Diktators Siad Barre vor 16 Jahren keine zentrale Regierung mehr. Eine unter internationaler Vermittlung eingesetzte Übergangsregierung war Ende Dezember an der Seite äthiopischer Truppen in Somalia einmarschiert und hatte die «Union islamischer Gerichtshöfe» verjagt, die zu diesem Zeitpunkt Mogadischu kontrolliert hatten. Seitdem kommt es immer wieder zu Kämpfen mit Clan-Milizen und Sympathisanten der vertriebenen Islamisten. Eine UN-Resolution vom Februar 2007 sieht unter anderem eine 8000 Mann starke afrikanische Friedenstruppe und einen Prozess der nationalen Versöhnung vor. (nz/epd/dpa)

 
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