Ebenfalls mit Granaten beschossen wurde der unabhängige Radiosender HornAfrik, den die Übergangsregierung wegen seiner kritischen Berichterstattung schon mehrfach geschlossen hatte. Die Europäische Union forderte alle an dem Konflikt beteiligten Parteien zu Verhandlungen über ein Ende des blutigen Konflikts auf. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon rief zu einer sofortigen Waffenruhe auf. Für den Konflikt in Somalia gebe es keine militärische Lösung, alle Beteiligten müssten dringend zum politischen Dialog zurückkehren.
Somalia hat seit der Flucht des Diktators Siad Barre vor 16 Jahren keine zentrale Regierung mehr. Eine unter internationaler Vermittlung eingesetzte Übergangsregierung war Ende Dezember an der Seite äthiopischer Truppen in Somalia einmarschiert und hatte die «Union islamischer Gerichtshöfe» verjagt, die zu diesem Zeitpunkt Mogadischu kontrolliert hatten. Seitdem kommt es immer wieder zu Kämpfen mit Clan-Milizen und Sympathisanten der vertriebenen Islamisten. Eine UN-Resolution vom Februar 2007 sieht unter anderem eine 8000 Mann starke afrikanische Friedenstruppe und einen Prozess der nationalen Versöhnung vor. (nz/epd/dpa)