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Französischer Wahlkampf endet mit scharfen Attacken

20. Apr 2007 16:47
Unterstützer von Sarkozy bei einer Wahl-Veranstaltung in Marseille
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Mit gegenseitigen Schmähungen haben Sarkozy und Royal den Wahlkampf in Frankreich beendet. Die Umfragen zeichnen ein widersprüchliches Bild.

Vor der ersten Runde der Präsidentschaftswahl in Frankreich haben sich der konservative Kandidat Nicolas Sarkozy und die Sozialistin Ségolène Royal einen erbitterten Schlagabtausch geliefert. Royal warf dem ehemaligen Innenminister vor, er betreibe eine Politik der Angst und flirte mit den Rechtsextremen. Sarkozy bezeichnete Royal am Freitag indirekt als Faschistin.

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Laut letzten Umfragen wird die Wahl am Sonntag spannend, neben Royal und Sarkozy kann sich der Zentrumskandidat François Bayrou Hoffnung auf das Erreichen der zweiten Runde machen.

Auch in vorangegangenen Wahlkämpfen seien die Kandidaten in extreme Ecken gedrängt worden, sagte Sarkozy der Zeitung «Le Parisien». «All diejenigen, die jetzt Derartiges über mich sagen wollen, sind in gewisser Weise Faschisten.» Faschismus heiße, die Menschen zu karikieren, ohne ihnen richtig zuzuhören, zitierte ihn die Zeitung am Freitag. Wegen der Angriffe seiner Gegner habe er «überall Narben».

Auf seiner letzten Wahlkampfveranstaltung hatte der UMP-Chef am Donnerstagabend vor 12.000 Anhängern in Marseille für eine Rückkehr zu den «Werten und Traditionen der Republik» geworben. In Anspielung auf den US-Bürgerrechtler Martin Luther King gab er sich als Versöhner und Mutmacher: «Ich will der Präsident sein, der einen neuen französischen Traum verwirklicht. Ein Traum, in dem die Zukunft nicht eine Bedrohung, sondern eine Verheißung ist.»

Royal holte vor knapp 15.000 Mitgliedern der sozialistischen Partei in Toulouse zum Angriff gegen Sarkozy aus. Mit seinem liberalen Präsidentschaftsprojekt wolle er das «Gesetz des Stärkeren» einführen und werde das Land «brutalisieren». «Sein Projekt besteht nur aus ihm selbst, mein Projekt seid Ihr», rief sie.

Bayrou will Sarkozy schlagen

Ungeachtet seines Rückstandes in Umfragen gab sich Zentrumskandidat François Bayrou siegessicher und kämpferisch. Er hatte für seine letzte Großveranstaltung seine Heimatstadt Pau nahe der Pyrenäen ausgewählt und propagierte eine «orangene Revolution».

«Ich bin der einzige, der in der Stichwahl gegen den Hyperfavoriten Sarkozy gewinnen kann», sagte er vor rund 5000 Anhängern. Anders als dieser stehe er für eine «Revolution ohne Risiko», weil er ein ausgeglichener und gemäßigter Präsident wäre, der «Frankreich mehr liebt als die Macht».

Die letzten Umfragen ergeben ein uneinheitliches Bild. «Wegen der hohen Zahl der Unentschlossenen sind zwei oder drei Überraschungen am Sonntag gut möglich», sagte Frederic Daby vom Meinungsforschungsinstitut IFOP.

Kandidaten unterschiedlich bewertet

In einer Erhebung des Institutes CSA für «Le Parisien» liegt Royal mit 26 Prozent nur noch einen Punkt hinter Sarkozy, Bayrou scheint mit 17 Prozent abgeschlagen auf Platz drei vor dem Rechtsextremisten Jean-Marie Le Pen mit 16 Prozent.

Eine von «Le Figaro» veröffentlichte Umfrage des Institutes TNS-Sofres sieht Sarkozy mit 28 Prozent deutlich vor Royal mit 24 Prozent, Bayrou verkleinerte seinen Rückstand auf die Sozialistin auf 4,5 Punkte.


Ebenso weit gehen die Prognosen für die Stichwahl am 6. Mai auseinander. Den CSA-Forschern zufolge liegen Royal und Sarkozy beide bei 50 Prozent, bei TNS-Sofres hat der Ex-Innenminister einen Vorsprung von sechs Punkten. Für den Fall eines Duells Sarkozy/Bayrou müsste sich der UMP-Chef dem Zentrumskandidaten deutlich mit 54 zu 46 Prozent geschlagen geben. (AP)

 
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