Die Machtfülle des französischen Präsidenten
22.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Der Staatschef kann dagegen selbst die Nationalversammlung auflösen oder an ihr vorbei das Volk per Referendum über zentrale Fragen entscheiden lassen. Die Verfassung der V. Republik von 1958 hat aus dem Staatspräsidenten eine Art Monarchen auf Zeit gemacht.
Bei der Ernennung seines Regierungschefs ist der Präsident formell frei. Er muss jedoch auf die Mehrheitsverhältnisse in der Nationalversammlung achten, denn diese kann die Regierung mit eigener Mehrheit stürzen. Der Präsident leitet auch die wöchentlichen Kabinettssitzungen und hat so großen Einfluss auf die Regierungsarbeit.
Die Außenpolitik ist die eigentliche Domäne des Staatspräsidenten. Er vertritt Frankreich auch in Zeiten der Kohabitation auf internationalen Konferenzen. Er ist als Oberbefehlshaber der Streitkräfte auch für die Atomstreitmacht verantwortlich.
Eine im Februar verabschiedete Verfassungsänderung sichert ihm Immunität zu, zugleich wurde die Möglichkeit einer Amtsenthebung per Zweidrittelmehrheit geschaffen. Weitere Reformen könnten nach der Wahl anstehen, mehrere Kandidaten streben eine Verfassungsreform an. (AP)

