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«Sie sind jetzt in der Bronx ...»

16. Apr 2007 11:34, ergänzt 11:45
Ein im Netz kursierendes Bundeswehr-Video mit rassistischem Inhalt sorgt in den USA für Empörung. Politiker fragen, warum die Deutschen sich ausgerechnet Afroamerikaner als Ziele vorstellen.

US-Politiker haben empört auf ein Video der Bundeswehr reagiert, in dem Wehrdienstleistende zum Schießen auf «Afroamerikaner» in der Bronx aufgefordert werden. Wie die New Yorker Zeitung «Newsday» online berichtet, verlangte der Bürgermeister des Stadtteils Bronx, Adolfo Carrion, dass sich die Bundeswehr entschuldigen müsse.

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Dies sei das Mindeste, was die Einwohner der Bronx erwarten könnten, die mehrheitlich Schwarze sind. Kürzlich erst war Carrion in Deutschland, um für die Bronx als Reiseziel zu werben. «Es macht mich wirklich traurig», kommentierte er das rassistische Video.



Der republikanische Politiker Jose Serrano hatte bereits am Sonntag einen Brief an den deutschen Botschafter geschickt, um das Video zu verurteilen und eine Entschuldigung einzufordern.

«Wieso soll es für die deutsche Armee wichtig sein zu üben, wie man auf Afroamerikaner schießt», zitiert newsday.com den Politiker. «Warum sollten sich deutsche Soldaten vorstellen, sie befänden sich in der Bronx?».

«Motherfucker»

Die Online-Ausgabe des «Stern» hatte das rund eineinhalb Minuten lange Video im Internet entdeckt. Darin empfiehlt ein Ausbilder einem Wehrdienstleistenden bei einer Übung im Freien, beim Feuern mit seinem Maschinengewehr an «Afroamerikaner» in der Bronx zu denken und «Motherfucker» zu rufen. «Sie sind jetzt in der Bronx. Ein schwarzer Van hält vor Ihnen. Drei Afro-Amerikaner steigen aus und beleidigen Ihre Mutter aufs Gröbste...» - so heißt es in dem Video.

Der Bronx-Bewohner George Martinez sagte der Zeitung «Nydailynews», er habe «nicht gedacht, dass solche Dinge [in Deutschland] noch immer geschehen». Der Bürgerrechtler Al Sharpton forderte US-Präsident George W. Bush auf, Deutschland für den Vorfall zu kritisieren.

«Widerspricht allen Grundsätzen»

Ein Sprecher des deutschen Verteidigungsministeriums erklärte: «Dieser rassistische Vorfall ist unakzeptabel und widerspricht allen Grundsätzen, nach denen in der Bundeswehr ausgebildet wird.» Der Soldat sei seit dem Vorfall im Juli 2006 aus der Kaserne in Rendsburg an einen anderen Standort versetzt worden.

Für Grünen-Verteidigungspolitiker Winfried Nachtwei ist das aufgetauchte Video unvereinbar mit den Werten, denen die deutschen Soldaten verpflichtet seien. «Solche Ausbilder haben eindeutig in der Bundeswehr nichts zu suchen.»

 
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