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Für Beresowski kann nur Gewalt Putin stürzen

13. Apr 2007 15:24
Der russische Milliardär Boris Beresowski
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Nichts weniger als eine neue russische Revolution plant der Milliardär Boris Beresowski. Die Regierung Putin reagiert empört auf den Aufruf zum Umsturz aus London.

In seinem Londoner Exil sollte sich Boris Beresowski in nächster Zeit wohl besser keine Portion Sushi bestellen und auch möglichst keinen Tee trinken: Mit nicht weniger als einer ausgewachsenen Revolution droht der Oligarch - und hat angeblich bereits erste Schritte in diese Richtung unternommen, um Präsident Wladimir Putin zu stürzen: «Wir können dieses Regime nur mit Gewalt stürzen», sagte der Milliardär der britischen Zeitung «The Guardian». Die Regierung im Kreml lasse sich «nicht mit demokratischen Mitteln» ablösen - ein Wechsel könne nur mit Druck und Gewalt erzwungen werden.

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Er unterstütze bereits Personen aus dem Umfeld des russischen Staatschefs, die einen Putsch vorbereiteten, behauptete Beresowski, dessen Vermögen auf etwa 850 Millionen Pfund Sterling (1,25 Milliarden Euro) taxiert wird.

Die Drohungen des exilierten russischen Oligarchen - die den Kreml offensichtlich gezielt verärgern sollen - dürften die angespannten Beziehungen zwischen London und Moskau noch weiter belasten. Erst im Januar hatte die Regierung von Premier Tony Blair russischen Ermittlern offenbar untersagt, Beresowski im Falle des Giftmordes an dem Ex-Spion Alexander Litwinenko in London zu vernehmen. Litwinenko war nach Meinung von Experten in einem Londoner Sushi-Restaurant vergiftet worden und nur wenige Tage später gestorben.

Keine Details

Hintergrund:
Obwohl Beresowski über die finanziellen Mittel - und vielleicht sogar über den nötigen Einfluss - verfügt, um seine umstürzlerischen Pläne umzusetzen, konnten ihm keine weiteren Einzelheiten entlockt werden: Die Informationen seien zu sensibel, sagte er der Zeitung lediglich. Beresowski floh vor sieben Jahren nach Putins Wahlsieg in den Westen und lebt seither im Exil in London.

In einer ersten Reaktion kritisierte der Kreml die Äußerungen Beresowskis als kriminell. Moskau gehe davon aus, dass die Bemerkungen bei den britischen Behörden einige Fragen aufwerfen werden, sagte ein Regierungssprecher in Moskau. Der Flüchtlingsstatus des seit Jahren in der britischen Hauptstadt lebenden Russen müsse überprüft werden: «London darf niemanden Asyl gewähren, der die russische Regierung mit Gewalt stürzen will.»

Auslieferung gefordert

Moskau hat bereits mehrfach die Auslieferung Beresowskis gefordert - allerdings ohne Erfolg. Schon vor einem Jahr hatte sich Beresowski ähnlich revolutionär geäußert, war damals allerdings vom amtierenden Londoner Außenminister Jack Straw getadelt wurde.

Allerdings geht Beresowski dieses Mal noch weiter: Er stehe in engem Kontakt mit regime-kritischen Mitgliedern der Führungselite, behauptete er im «Guardian». Sie würden Putin vorwerfen, er räume die Opposition aus dem Weg, werfe die demokratischen Reformen zurück und verspotte die Verfassung des Landes. (nz)

 
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