EKD: Christen tragen Mitschuld am Holocaust
Der Rat der EKD habe bewusst Jad Vaschem am Morgen des ersten Tages seines Besuchsprogramms im Heiligen Land besucht, sagte Huber. Die Stätte der Erinnerung und Mahnung an die sechs Millionen Opfer des Völkermords der Nationalsozialisten an den Juden sei für den Rat der EKD «unser Tor nach Israel».
Der EKD-Ratsvorsitzende verwies auf ein Bekenntnis des evangelischen Widerstandskämpfers Dietrich Bonhoeffer, der bereits 1940 erklärt hatte, die Kirche sei «schuldig geworden am Leben der schwächsten und wehrlosesten Brüder Jesu Christi». Huber sagte, er stehe als Berliner Bischof in besonderer Verantwortung: «Ich komme aus der Stadt, von der das Unheil ausging.»
«Das immer wieder neue Aufflackern von Antisemitismus in Deutschland beschämt uns», ergänzte Huber beim Besuch der Gedenkstätte. Die Erinnerung an den Holocaust sei eine Aufgabe, die auch in die kommenden Generationen weiter getragen werden müsse.
Israels Oberrabbiner Jona Metzger sprach sich beim Besuch der protestantischen Delegation für dauerhafte Beziehungen zur EKD aus. «Wir können dadurch deutlich machen, dass wir an den selben Gott glauben», sagte Metzger am Mittwoch dem EKD-Ratsvorsitzenden Huber bei einem Gespräch in Jerusalem. Ähnliche Beziehungen unterhalte die jüdische Institution in Israel bereits mit der anglikanischen Kirche in Großbritannien.
Der Rat der EKD besucht bis zum Sonntag Israel und die palästinensischen Autonomiegebiete. Huber verwies darauf, dass erstmals alle Ratsmitglieder an einer solchen Reise des Führungsgremiums der EKD teilnehmen. Die Delegation hat Gespräche mit Repräsentanten politischer und religiöser Einrichtungen auf ihrem Programm. Am Freitag reist der Rat der EKD von Israel ins Westjordanland weiter. (epd)

