Endspurt im französischen Wahlkampf
09.04.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Fernsehen und Radios strahlen die kurzen Wahlkampfspots der Kandidaten nach einem präzise festgelegten Schlüssel aus. Jeder Präsidentschaftsbewerber hat im öffentlichen Fernsehen und Radio 45 Minuten «Redezeit», die er in Minuten-Clips aufteilen muss. Den Anfang machte dabei am Montag der Ex-Bauernführer und Globalisierungskritiker José Bové.
Diesen sehr hohen Anteil von Unschlüssigen - rund 42 Prozent der Wahlberechtigten - zeigten zwei am Ostersonntag veröffentlichte Umfragen. «Das sind immerhin zehn Prozentpunkte mehr als im Jahr 2002 rund zwei Wochen vor der Wahl», erläuterte Frédéric Dabi von dem Meinungsforschungsinstitut Ifop.
Dabi wertete dies als «Unsicherheit, was das Angebot anbetrifft». Viele Wähler fragten sich offensichtlich, ob die Hauptkandidaten «auf der Höhe seien, das Staatsamt auszufüllen». Die vielen Unschlüssigen erhöhen die Spannung vor der Präsidentenwahl.
Le Pen bestritt unterdessen, dass er mit dem bürgerlich-konservativen Lager für die zweite Runde der Präsidentschaftswahl eine Vereinbarung getroffen hat. Diese Behauptung aus Reihen der Sozialistischen Partei sei eine Erfindung, erklärte er am Sonntagabend in einem gemeinsamen Interview von Europe1, TV5 und «Le Parisien».
Er gehe weiter davon aus, dass er selber wie schon vor fünf Jahren wieder den Einzug in die Stichwahl schaffe, so Le Pen. Schon allein deshalb werde er nicht zur Wahl des konservativen Kandidaten Nicolas Sarkozy aufrufen.
Die Meinungsforscher sehen Le Pen derzeit nur auf Platz vier hinter dem Zentrumspolitiker François Bayrou. (dpa/AP)

