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Bayrou will Rededuell im Internet

04. Apr 2007 12:26
Präsidentschaftskandidat Bayrou setzt auf das Internet
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Erst vor der Präsidenten-Stichwahl ist in Frankreich ein TV-Duell der Kandidaten vorgesehen. Der Zentrumspolitiker Bayrou fordert nun eine vorgezogene Debatte im Web.

Vor der ersten Runde der französischen Präsidentschaftswahl gibt es kein öffentliches Rededuell zwischen den Kandidaten. So sieht es zumindest die Rundfunkaufsichtsbehörde CSA vor. Der Zentrumspolitiker François Bayrou will das nicht hinnehmen: Er schlug vor, mit drei Konkurrenten im Internet zu debattieren.

Mehr in der Netzeitung:
Wie französische Medien berichten, wollen die Sozialistin Ségolène Royal und der Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen die Herausforderung annehmen, der Konservative Nicolas Sarkozy winkte dagegen ab.

Bayrou hatte die Blogger im Land am Dienstag aufgefordert, das Rededuell zu organisieren. «Ich habe keinen Zweifel daran, dass diese Debatte ein Echo haben wird und Millionen Internet-User sie verfolgen werden», sagte der Chef der Partei Bayrou. Er sei bereit, ohne zeitliche Begrenzung zu diskutieren.

Der Zentrumskandidat ist überzeugt, dass die französischen Wähler auf solche Debatten warteten. Das Internet könne dabei als demokratische Plattform dienen. Als Ort für das Rededuell schlug Bayrou die Bürgerjournalismus-Site Agoravox vor, die nicht den Auflagen der französischen Rundfunkaufsichtsbehörde CSA unterliegt.

Bei dem traditionellen TV-Duell zwischen den beiden Kandidaten, die in der ersten Wahlrunde die meisten Stimmen erhalten, wird streng darauf geachtet, jedem die gleiche Redezeit zu gewähren. Im Internet ist diese Kontrolle technisch aber nicht möglich.

Sarkozy begründete seine Ablehnung damit, dass ein Rededuell, wie vom CSA vorgesehen, erst vor der Stichwahl statthaft sei. Dann stünden die Kandidaten fest, die die Franzosen ganz vorn sähen, sagte er. Im Übrigen sei er dagegen, dass vor der ersten Wahlrunde unter den zwölf Kandidaten willkürlich Teilnehmer für eine Diskussionsrunde ausgesucht würden.

Mehr im Internet:
Royal erklärte sich dagegen im Sender Canal + einverstanden mit jeglicher Form der Debatte.

Le Pens Partei Front National (FN) teilte mit, ihr Spitzenkandidat werde ebenfalls gern an der Online-Diskussion teilnehmen. Le Pen hatte bereits eine Einladung von Bloggern zur «Politic Show» angenommen, wo Bürger in Videobeiträgen online über Politik diskutieren.

Auf Agoravox hieß es allerdings, man wolle alle zwölf Kandidaten zu einer von einem Journalisten moderierten Debatte versammeln. An dem Projekt arbeiteten die Betreiber der Site bereits seit mehreren Tagen. (nz)

 
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