Allerdings kann das Archiv erst dann tatsächlich von Forschern genutzt werden, wenn elf Länder des Ausschusses für den Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes (ITS) dies schriftlich abgesegnen. Bisher gab es mehrere Anläufe dazu, die bisher alle nicht zu tatsächlichen Öffnung führten. Israel, die USA, Polen und die Niederlande haben die Vereinbarung zur Öffnung von Bad Arolsen bereits ratifiziert. Deutschland, Großbritannien und Luxemburg wollen vor der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats im Mai folgen. Formell hatte die Bundesregierung der Öffnung bereits im Juni 2006 zugestimmt. In Frankreich und Belgien aber könnten die anstehenden Wahlen für Verzögerungen sorgen, und in Italien und Griechenland scheint die Situation unklar.Bisher durfte das Archiv nur für den Internationalen Suchdienst des Roten Kreuzes genutzt werden. 1943 vom Britischen Roten Kreuz begründet, kümmert sich der Suchdienst um das Schicksal während der NS-Zeit verschleppter und verschwundener Personen. Sein Kernbestand sind Karteien von NS-Organisationen wie der SS und Akten aus der Verwaltung der Konzentrations- und Vernichtungslager. Die Daten sollen künftig digital gespeichert und an die Mitgliedstaaten übergeben werden. (nz/AP/dpa)