netzeitung.deHillary Clinton gerät zwischen die Fronten

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Hillary Clinton will das Militär nicht verprellen (Foto: AP<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Hillary Clinton will das Militär nicht verprellen
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Im US-Wahlkampf will Hillary Clinton Generäle gezielt auf ihre Seite bringen. Damit überzeugt sie aber nicht alle Konservativen - und macht sich überdies im linken Flügel ihrer Partei Feinde.

Die amerikanische Präsidentschaftskandidatin Hillary Clinton bemüht sich im Wahlkampf auffällig um Unterstützung von den Streitkräften. Die einstige Befürworterin des Irak-Kriegs steht in engem Kontakt zu Admirälen und Generälen, wie die «New York Times» am Dienstag berichtete. Sie reiste auch bereits in den Irak und nach Afghanistan, um sich ein Bild von der Lage machen.

Die ehemalige First Lady will sich damit deutlich vom Kriegsverweigerer-Image ihres Mannes abgrenzen. Vor seiner ersten Wahl zum Präsidenten im November 1992 war Bill Clinton heftig attackiert worden, weil er nicht in den Vietnam-Krieg gezogen war und in den 60er Jahren pazifistische Demonstrationen organisiert hatte.

Während Clintons gesamter Amtszeit blieb sein Verhältnis zum Militär problematisch, zumal er sich auch für die Aufnahme von Schwulen und Lesben in die Armee stark machte. Nicht nur für den damaligen Generalstabschef und späteren Außenminister Colin Powell war das inakzeptabel.

Umso wohlwollender gehen Militärvertreter nun auf die Annäherungsversuche von Hillary Clinton ein. Nach ihren lnagjährigen Erfahrungen im Weißen Haus wisse die demokratische Senatorin die Verdienste der Streitkräfte für das Land offensichtlich mehr zu schätzen als ihr Ehemann, sagte der ehemalige Vize-Stabschef, General a.D. Jack Keane, der Zeitung.

Für Hillary Clinton könne es nur von Vorteil sein, Fachkompetenz in Verteidigungsfragen zu zeigen, kommentiert die «New York Times». Clintons Kritik an der Irak-Politik ihres politischen Gegners, des amtierenden Präsidenten George W. Bush werde glaubwürdiger, wenn sie nicht von vornherein als Kriegsgegnerin eingestuft werde.

Konservative hegen Zweifel
Bei einer Umfrage des «Time Magazine» vom vergangenen Juli gingen immerhin 33 Prozent der Wähler davon aus, dass Hillary im Falle eines Wahlsiegs das Militär stark halten wolle. Allerdings muss die Demokratin überzeugende Taten folgen lassen, wenn ihre Äußerungen nicht als Lippenbekenntnisse verstanden werden sollen.

Der frühere stellvertretende nationale Sicherheitsberater Donald L. Kerrick sagte der Zeitung, Militärangehörige und Außenstehende zweifelten an den Absichten der Präsidentschaftskandidatin. Man befürchte, dass sie staatliche Mittel eher in das Gesundheitssystem als in das Militär stecken würde.

Sollte Clinton die Armee aber weiterhin unterstützen, werde sie sich rasch Respekt erwerben, meinte der Ex-General. Militärangehörige seien in dieser Hinsicht sehr loyal.

Im Senat warb Hillary Clinton bereits, die medizinische Versorgung für Angehörige der Nationalgarde und für Reservisten zu verbessern. Gegen Widerstand aus ihrer eigenen Partei setzte sie sich für den Ausbau der Armee und eine höhere Finanzierung der geplanten Raketenabwehr ein. Ein vollständiges Verbot von Landminen lehnte die New Yorker Senatorin ab.

Kritik von linken Demokraten
Politische Beobachter sehen die Ex-First Lady in der Zwickmühle - denn Hillary Clinton läuft Gefahr, vom linken Flügel der Demokraten als Hardlinerin abgelehnt zu werden. Andererseits wollen Kriegsbefürworter ihre Kritik an der Irak-Strategie der Bush-Regierung nicht hinnehmen.

«An manchen Tagen hört sie sich wie ein richtiger Falke an», sagte ihr demokratischer Rivale bei den Senatswahlen, Jonathan Tasini. «An anderen Tagen sagt sie 'Ich bin gegen diesen Krieg, der schlecht geführt worden ist'. Ob sich Clinton mit diesem Vorgehen einen Vorteil bei der Wahl verschaffe, sei zweifelhaft, meinte der bekennende Kriegsgegner. Schließlich seien viele Amerikaner mittlerweile strikt gegen eine weitere US-Militärpräsenz im Irak. (nz)