Hillary Clinton gerät zwischen die Fronten
27.03.2007
Herausgeber: netzeitung.de
Die ehemalige First Lady will sich damit deutlich vom Kriegsverweigerer-Image ihres Mannes abgrenzen. Vor seiner ersten Wahl zum Präsidenten im November 1992 war Bill Clinton heftig attackiert worden, weil er nicht in den Vietnam-Krieg gezogen war und in den 60er Jahren pazifistische Demonstrationen organisiert hatte.
Umso wohlwollender gehen Militärvertreter nun auf die Annäherungsversuche von Hillary Clinton ein. Nach ihren lnagjährigen Erfahrungen im Weißen Haus wisse die demokratische Senatorin die Verdienste der Streitkräfte für das Land offensichtlich mehr zu schätzen als ihr Ehemann, sagte der ehemalige Vize-Stabschef, General a.D. Jack Keane, der Zeitung.
Für Hillary Clinton könne es nur von Vorteil sein, Fachkompetenz in Verteidigungsfragen zu zeigen, kommentiert die «New York Times». Clintons Kritik an der Irak-Politik ihres politischen Gegners, des amtierenden Präsidenten George W. Bush werde glaubwürdiger, wenn sie nicht von vornherein als Kriegsgegnerin eingestuft werde.
Der frühere stellvertretende nationale Sicherheitsberater Donald L. Kerrick sagte der Zeitung, Militärangehörige und Außenstehende zweifelten an den Absichten der Präsidentschaftskandidatin. Man befürchte, dass sie staatliche Mittel eher in das Gesundheitssystem als in das Militär stecken würde.
Sollte Clinton die Armee aber weiterhin unterstützen, werde sie sich rasch Respekt erwerben, meinte der Ex-General. Militärangehörige seien in dieser Hinsicht sehr loyal.
«An manchen Tagen hört sie sich wie ein richtiger Falke an», sagte ihr demokratischer Rivale bei den Senatswahlen, Jonathan Tasini. «An anderen Tagen sagt sie 'Ich bin gegen diesen Krieg, der schlecht geführt worden ist'. Ob sich Clinton mit diesem Vorgehen einen Vorteil bei der Wahl verschaffe, sei zweifelhaft, meinte der bekennende Kriegsgegner. Schließlich seien viele Amerikaner mittlerweile strikt gegen eine weitere US-Militärpräsenz im Irak. (nz)

