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Hunderte Zivilisten im Kongo in Sicherheit gebracht

23. Mrz 2007 10:27
Blauhelme in den Straßen von Kinshasa
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Im Kongo toben Kämpfe zwischen Regierungstruppen und Oppositionsanhängern. Zahlreiche Zivilpersonen - auch Deutsche - befinden sich noch zwischen den Fronten.

UN-Friedenstruppen haben in der kongolesischen Hauptstadt Kinshasa hunderte Zivilisten aus den zwischen Regierungstruppen und Anhänger des Oppositionsführers Jean- Pierre Bemba umkämpften Gebieten fortgebracht.

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Wie der britische Fernsehsender BBC berichtet, benötigten bei Einbruch der Nacht noch tausende Zivilisten Hilfe. Botschaftsangehörige, Schulkinder und verletzte Zivilisten seien in gepanzerten Fahrzeugen aus der Kampfzone gebracht worden, hieß es. Bislang seien etwa 450 Menschen in Sicherheit gebracht worden.

Mindestens zehn Menschen - sieben Soldaten und drei Zivilisten - wurden nach Augenzeugenberichten getötet. Der BBC-Korrespondent sagte, die wirkliche Opferzahl liege wahrscheinlich sehr viel höher.

Bemba habe in der südafrikanischen Botschaft Zuflucht gesucht, sagte der Sprecher des südafrikanischen Außenministeriums. Bemba hatte seine Bewaffnete am Donnerstagabend aufgerufen, auf ihre Positionen zurückzukehren.

Der UN-Sicherheitsrat hat sich in einer Erklärung vom Donnerstagabend sehr besorgt über die Lage in Kinshasa geäußert und eine sofortige Waffenruhe verlangt. Die spanische Botschaft wurde nach dem Einschlag einer Granate evakuiert.

Niemand sei verletzt worden. Jedoch seien alle Fenster zerbrochen, sagte der Botschafter dem spanischen Rundfunksender SER.

Deutsche in Kinshasa in Gefahr

Knapp fünf Monate nach der Präsidentschaftswahl im Kongo waren zwischen Regierungssoldaten und Anhängern des unterlegenen Kandidaten Bemba in Kinshasa heftige Gefechte ausgebrochen. «Es gibt sicher Tote und Verletzte, aber wir haben noch keine Zahlen», sagte ein Sprecher der UN-Mission Monuc am Donnerstag.

Laut der «Mitteldeutschen Zeitung» sind auch Deutsche, die in der kongolesischen Hauptstadt leben, unmittelbar von den Kämpfen betroffen. Der Monuc-Sprecher berichtete, auf beiden Seiten seien je etwa 500 Kämpfer im Einsatz.

«Monuc versucht, Menschen aus dem betroffenen Stadtviertel in Sicherheit zu bringen.» Es sind die ersten Gefechte in Kinshasa seit der Stichwahl am 29. Oktober 2006, bei der Präsident Joseph Kabila im Amt bestätigt worden war. Zahlreiche Menschen flohen aus der Innenstadt.

Straßen gesperrt

«Es herrscht überall Panik, viele Straßen sind gesperrt», berichtete ein Taxifahrer. Es seien auch Mörsergranaten zu hören gewesen. Die Regierung hatte Bemba vor einer Woche vergeblich aufgefordert, seine umfangreiche Privatmiliz zu entwaffnen oder in die reguläre Armee zu integrieren. Bemba hatte dagegen protestiert, dass seine Leibwache künftig nur noch aus zwölf Sicherheitsbeamten bestehen solle.

Die in Halle erscheinende «Mitteldeutsche Zeitung» berichtete unter Berufung auf den Büroleiter der Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit (GTZ) in Kinshasa, Colin Gleichmann, es gebe «schwere Kämpfe, die nicht so schnell abflauen werden». In Gleichmanns Haus seien in den vergangenen Tagen zwei Geschosse eingeschlagen.

Die Familie mit zwei Kleinkindern im Alter von neun Monaten und zweieinhalb Jahren könne das Haus wegen der gewaltsamen Auseinandersetzungen in unmittelbarer Nachbarschaft nicht verlassen. «Die Konfrontation hat sich zugespitzt. Hier geht keiner mehr auf die Straße.» Das Land zu verlassen, sei augenblicklich nicht möglich.

Adenauer-Stiftung: Lage sehr gefährlich

Auch aus dem Büro der Konrad-Adenauer-Stiftung in Kinshasa hieß es nach Angaben der Zeitung: «Es ist sehr gefährlich.» Die UN-Mission im Kongo mit etwa 17.000 Mann war während der Wahl von einer EU-Friedenstruppe unter Führung der Bundeswehr unterstützt worden. Die Bundesregierung hatte den viermonatigen Einsatz, der im Dezember endete, als Erfolg gewertet. (dpa)

 
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