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Chirac unterstützt Ex-Rivalen Sarkozy

21. Mrz 2007 14:23
Der scheidende Präsident Jacques Chirac
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Kommenden Montag legt der französische Präsidentschafts-Kandidat Sarkozy sein Amt als Innenminister nieder. Staatschef Chirac stellte sich hinter seinen früheren Kontrahenten.

Lange hat der scheidende französische Staatspräsident Jacques Chirac gezögert, nun hat er im Wahlkampf seinem Erzrivalen Nicolas Sarkozy öffentlich Unterstützung zugesagt.

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Die Regierungspartei UMP habe den Innenminister als Kandidaten gekürt und deshalb werde er diesen «ganz selbstverständlich» wählen und unterstützen, sagte Chirac am Mittwoch. Zugleich kündigte er an, dass Sarkozy kommenden Montag seinen Regierungsposten niederlegen werde, um sich ganz auf den Wahlkampf zu konzentrieren.

Sarkozy ist der politische Ziehsohn Chiracs, allerdings wurden die beiden zu erbitterten Widersachern im bürgerlichen Lager. Vor Sarkozys Nominierung durch die von Chirac selbst gegründete Union für eine Volksbewegung (UMP) versuchte der Präsident mehrfach, Sarkozy Knüppel zwischen die Beine zu werfen.

Der «Krönungsmesse» des Kandidaten mit 80.000 Parteimitgliedern im Januar war Chirac demonstrativ fern geblieben, selbst eine Grußbotschaft hatte er Sarkozy verweigert. Als das Staatsoberhaupt vor zehn Tagen seinen Verzicht auf eine dritte Amtszeit erklärte, ließ er weiter offen, ob er sich vor der Wahl in vier Wochen noch hinter Sarkozy stellen würde.

Sarkozy will auch Stimmen von Rechtsextremen

In Paris wurde nicht ausgeschlossen, dass der 75-Jährige den Zentrumskandidaten François Bayrou (UDF) unterstützen könnte. Als Grund wurde angeführt, dass sich Sarkozy gegen die ausdrückliche Mahnung Chiracs zunehmend auch um die Stimmen der Rechtsextremen bemüht.

Die Spekulationen haben nun ein Ende. In einer kurzen Ansprache sagte Chirac am Mittwoch, die Situation sei ganz einfach: «Ich wollte die Gründung der UMP, und diese unterstützt die Kandidatur Nicolas Sarkozys wegen seiner Qualitäten.»

Dass auch er Sarkozy seine Stimme und Unterstützung gebe, sei daher selbstverständlich. Von welchem Nutzen diese ist, steht freilich auf einem anderen Blatt: Eines der zentralen Wahlversprechen Sarkozys ist der «sanfte Bruch» mit der Politik des Amtsinhabers, nach zwölf Jahren Chirac im Élysée-Palast sehnen die Franzosen einen Neuanfang herbei.

Dennoch hatte Sarkozy selbst erklärt, eine Weihung seiner Kandidatur von höchster Stelle wäre «ein wichtiges politisches Ereignis». Am Mittwoch lehnte er eine Stellungnahme zunächst ab.

Law-and-Order-Minister

Um sich ganz auf seinen Wahlkampf zu konzentrieren, verlässt Sarkozy am Montag das Innenministerium. Als wahrscheinlicher Nachfolger für die Zeit bis zur Bildung einer neuen Regierung gilt der Chirac-Vertraute François Baroin.

Sarkozy führte das Ministerium mit Unterbrechung seit fünf Jahren. Als zupackender Law-and-Order-Minister steigerte er in dieser Zeit zwar seine Popularität, zugleich spaltete er aber die Gesellschaft. Wegen seiner Provokationen - er bezeichnete randalierende Jugendliche als Gesindel und schlug vor, die Problemviertel mit einem Hochdruckreiniger zu säubern - ist fast die Hälfte der Franzosen durch seine Kandidatur beunruhigt.

Gleichwohl ist der 52-jährige UMP-Chef derzeit der aussichtsreichste Kandidat für die Nachfolge Chiracs. In Umfragen behauptet er einen knappen Vorsprung vor der sozialistischen Kandidatin Ségolène Royal und UDF-Chef Bayrou. Der erste Wahlgang findet am 22. April statt, die Stichwahl am 6. Mai. (AP)

 
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