Royal, die sich bislang nicht zur der Festnahme äußerte, hatte sich noch im Februar mit der Vorsitzenden des Solidaritätskomitees für Battisti, der Schriftstellerin Fred Vargas, getroffen. Organisiert wurde die Zusammenkunft demnach von einem Royal nahe stehenden Anwalt, der früher mehrere ehemalige italienische Linksextreme verteidigt hatte.Zudem hat sich der Lebensgefährte der Präsidentschaftskandidatin, François Hollande, in Vergangenheit deutlich gegen eine Auslieferung von Battisti ausgesprochen. 2004 hatte der Sozialistenchef den Italiener im Gefängnis besucht. Hollande relativierte seine Haltung nun insofern, als er klarstellte, dass internationale Abkommen eingehalten werden müssten. Battisti habe sich im Übrigen durch seine Flucht schuldig gemacht, zitierte «Le Monde» einen hochrangigen Mitarbeiter Hollandes.
Diese Abkehr des Sozialistenchefs von der Mitterrand-Doktrin könnte in den Augen vieler Anhänger die Glaubwürdigkeit der Partei schwächen. Politische Beobachter gehen davon aus, dass auch Royal früher oder später Farbe bekennen muss. Außenpolitisch ist der Fall für die Sozialisten heikel, weil in Italien zurzeit eine Mitte-Links-Regierung amtiert.
Zentrumspolitiker Bayrou wiederum will weder Wähler aus dem rechten noch aus dem linken Spektrum verprellen. Der UDF-Vorsitzende, der Anfang des Jahres ebenfalls mit dem Battisti-Unterstützer Vargas zusammengetroffen war, reagierte rasch und diplomatisch auf die Nachricht von der Verhaftung. Er wisse nicht, ob Battisti tatsächlich schuldig sei, sagte er. In jedem Fall habe er Anspruch auf ein Gerichtsverfahren, bei dem er selbst anwesend sei.