netzeitung.deSudan provoziert mit Kritik an der Uno

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Darfur-Flüchtlinge (Foto: dpa<br/>Quelle: NZ Netzeitung GmbH)

Lupe Darfur-Flüchtlinge
Foto: dpa
Quelle: NZ Netzeitung GmbH

Die sudanesische Regierung hat den UN- Bericht zur Lage in der Krisenprovinz Darfur zurückgewiesen. Die USA und Großbritannien drohten mit Strafen.

Im Konflikt um die Menschenrechts- Verletzungen in der Krisenregion Darfur verschärft die sudanesische Regierung ihren Konfrontationskurs. Grund ist ein UN- Bericht zur Lage in der Krisenprovinz Darfur. Der am Montag vor dem UN-Menschenrechtsrat in Genf vorgestellte Bericht einer Sonderkommission unter Leitung der Nobelpreisträgerin Jody Williams seit wertlos, sagte der sudanesische Justizminister Mohammed Ali Elmardi in Genf. Sein Land lehne es ab, dass der Menschenrechtsrat den Bericht behandle.

Unterdessen drohten die USA und Großbritannien der sudanesischen Regierung mit Strafen, falls sie keine internationale Friedenstruppe ins Land lässt. Der britische UN-Botschafter teilte in New York mit, dass er eine Beschlussvorlage für den Sicherheitsrat vorbereitet. Die US-Regierung warf dem Sudan Verzögerungstaktik vor.

Der sudanesische Justizminister Elmardi zeigt sich davon unbeeidnruckt. Er warf in Genf vielmehr der UN-Missionschefin Williams vor, sie hätte schon von vornherein «feindselige Vorurteile» gegen den Sudan gehabt. Zudem habe sie «in weniger als einer Stunde» die nötige Visa haben wollen, sagte Elmardi. Seinen Angaben zufolge sei die Lage in Darfur seit Ausbruch des Konflikts noch nie so stabil gewesen wie heute. Die Sterberate und die Unterernährung seien zurückgegangen, sagte der Minister.

Düsteres Bild
Dagegen zeichnete der UN-Bericht ein düsteres Bild von der Lage in Darfur: Angriffe auf Zivilisten seien an der Tagesordnung, Vergewaltigungen und sexuelle Gewalt fänden systematisch statt. Die Folter gehe weiter, heißt es.

Die Williams-Kommission forderte sowohl die Regierung wie auch die Rebellen zum Handeln auf. In Darfur bekämpfen sich seit 2003 regierungsnahe Milizen und Rebellen. Nach UN-Angaben wurden dabei etwa 200.000 Menschen getötet und zwei Millionen vertrieben. Die sudanesischen Behörden bestreiten diese Zahlen. (nz/dpa)