12. Mrz 2007 15:29
Harsche Kritik an der radikalislamische Hamas, viel Lob für die afghanische Taliban: Der Vize-Chef des Terrornetzwerks Al Qaeda teilt in einer Videobotschaft kräftig aus.
In der rund 21 Minuten langen, vierten Botschaft dieses Jahres geht Sawahiri die meiste Zeit auf die Lage in den Palästinensergebieten ein. «Mein Beileid für den Verlust der Hamas- Führung, die in einem Sumpf der Kapitulation versunken ist», sagte der Al-Qaeda-Vize laut einer Abschrift des auf Terrorismus spezialisierten privaten US-Unternehmens Intelcenter. Für ein Drittel aller Sitze in einer «lächerlichen» neuen Regierung habe Hamas «Palästina» und die islamische Rechtsprechung - die Scharia - verkauft, sagte Sawahiri. Der Chefideologe des Terrornetzwerkes forderte die Palästinenser auf, den «Heiligen Krieg» und die Selbstmordattentate gegen Israel fortzusetzen und alle internationalen Abkommen und Resolutionen abzulehnen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas schmäht der Al-Qaeda-Vize als «Amerikas Spitzenmann», der den größten Teil «Palästinas» an Juden übergeben wolle.
Der Ägypter kritisierte die Vereinbarung von Mekka, in der sich die Hamas und die Palästinenserorganisation Fatah im Februar auf die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit geeinigt hatten. Die Einigung war von dem saudischen König Abdullah vermittelt worden.
Sawahiri nannte die Herrscher von Saudi-Arabien «Stellvertreter der Amerikaner». Das islamische Königreich Saudi-Arabien gehört seit Jahrzehnten zu den wichtigsten Partnern Washingtons in der Region. König Abdullah trägt den Titel «Hüter der heiligen Stätten (von Mekka und Medina)». (dpa)