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Deutscher Helfer in Afghanistan erschossen

08. Mrz 2007 14:14, ergänzt 20:00
Erster Deutscher in Afghanistan umgekommen
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Erstmals seit dem Sturz der Taliban ist in Afghanistan ein deutscher Entwicklungshelfer getötet worden. Bei den Tätern soll es sich um Kriminelle handeln.

In Afghanistan ist erstmals seit dem Sturz der Taliban ein deutscher Helfer bei einem Überfall getötet worden. Der Mitarbeiter der Welthungerhilfe sei am Donnerstag im Norden des Landes von bewaffneten Männern erschossen worden, berichtete die Hilfsorganisation in Bonn. Bundesaußenminister Frank- Walter Steinmeier verurteilte den Mord scharf. «Die Bundesregierung wird alles daran setzen, die Hintergründe dieser schrecklichen Tat aufzuklären und die Täter zur Rechenschaft zu ziehen», sagte Steinmeier in Brüssel.

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Die Deutsche Welthungerhilfe teilte mit, der Helfer habe bei einem Kurzzeiteinsatz gemeinsam mit einheimischen Ingenieuren und Mitarbeitern Baustellen inspizieren wollen. Die Männer waren in zwei Fahrzeugen in der Provinz Sar-e-Pul unterwegs, als sie von Bewaffneten angehalten wurden. Die afghanischen Mitarbeiter seien wegen ihrer Tätigkeit für eine ausländische Organisation beschimpft worden, dann habe man sie laufen lassen. Der Deutsche wurde erschossen.

Angehörigen, Freunden und Kollegen des Toten sprach Steinmeier seine Anteilnahme aus. Es habe ein Mensch sein Leben gelassen, der dieses Leben in den Dienst des Wiederaufbaus Afghanistans und der Hilfe für seine Menschen gestellt habe, sagte Steinmeier. Zugleich würdigte Steinmeier die Arbeit der deutschen Helfer in Afghanistan. Sie leisteten Herausragendes. «Diese Anstrengungen lassen wir uns nicht zunichte machen.» Seit dem Sturz der radikal-islamischen Taliban Ende 2001 baut die Welthungerhilfe im Norden Afghanistans Schulen, Brücken und Krankenhäuser im Rahmen des Nationalen Sicherheitsprogramms wieder auf.

In Nordafghanistan kommt es zwar auch zu terroristischen Angriffen. Zunehmend gelten jedoch kriminelle Banden als Problem. Im vergangenen Jahr hatten Unbekannte zwei deutsche Mitarbeiter der Deutschen Welle in Nordafghanistan umgebracht. 2004 waren fünf Mitarbeiter der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen - eine Belgierin, ein Norweger, ein Niederländer sowie zwei Afghanen - im Nordwesten Afghanistans getötet worden.

Das Innenministerium in Kabul sprach von einem Überfall von Kriminellen. Der Deutsche und drei seiner afghanischen Kollegen seien ausgeraubt worden. Vor dem Mord hätten sie den Helfern Mobiltelefone, Geld und andere Wertgegenstände abgenommen. Mehr als 100 Polizisten suchten nach den Mördern. Der Leichnam des Deutschen wurde noch am Abend in die Provinzhauptstadt Sar-e-Pul gebracht.

Bundesentwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul (SPD) betonte ebenfalls, die Bundesregierung erwarte von den afghanischen Behörden, «dass sie alles tun, um den oder die Mörder zu fassen und einer gerechten Strafe zuzuführen». Zudem unterstrich sie: «Wir wissen, dass die Arbeit in Afghanistan für die zivilen Helfer mit großen Risiken verbunden ist.» Umso mehr verdienten sie «unser aller Hochachtung und Respekt».

An diesem Freitag stimmt der Bundestag über den umstrittenen Einsatz von Tornado-Aufklärungsflugzeugen der Bundeswehr in Südafghanistan ab. Bei Probeabstimmungen in den Fraktionen hatte sich am Dienstag eine klare Mehrheit für die Unterstützung der ISAF im umkämpften Süden ergeben. (dpa)

 
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